IS-Vormarsch

So will Barack Obama die IS-Terroristen bekämpfen

US-Präsident während seiner Rede an die Nation

US-Präsident während seiner Rede an die Nation

Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) weiten die USA ihre Luftangriffe vom Irak auf Syrien aus. Er werde nicht zögern, in beiden Ländern gegen die Dschihadisten vorzugehen, sagte Präsident Obama in seiner Rede an die Nation.

Wann die ersten Angriffe im an den Irak grenzenden Bürgerkriegsland geflogen würden, sagte Obama nicht. "Wir werden unsere Faustschläge nicht telegrafieren", sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter kurz vor der Rede an ein TV-Millionenpublikum. Man werde "zu einer Zeit und an einem Ort unserer Wahl" zuschlagen.

Abgeordnete stützen Obamas Entscheid

Kongressabgeordnete beider Parteien erklärten nach Obamas Rede, man unterstütze den Kampf gegen die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS). Er sei oft anderer Meinung als der Präsident bei der Aussenpolitik, sagte der Republikaner Luke Messer aus Indiana. Gegen die Islamisten müsse man jedoch "als eine Nation zusammenstehen". Die führende Demokratin im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, verwies auf Umfragen, denen zufolge 70 Prozent der Amerikaner Angriffe gegen die IS-Miliz befürworten.

Uneinigkeit gab es allerdings bei der Frage, wie mit der vom Präsidenten beantragten Genehmigung von einer halben Milliarde Dollar für die Ausbildung und Bewaffnung gemässigter syrischer Rebellen umgegangen werden soll. Insbesondere einige Republikaner forderten eine umfassendere Abstimmung zu den Angriffen.

Dagegen verlautete aus Kreisen der Demokraten, einige ihrer Abgeordneten wollten genau ein solches "Kriegsvotum" vor der Kongresswahl Anfang November vermeiden, um ihre pazifistischen Wähler nicht vor den Kopf zu stossen. Obamas Berater sollen am Donnerstag hinter verschlossenen Türen mit den Spitzen des Kongresses das weitere Vorgehen diskutieren.

Eine Zustimmung des Kongresses für die Luftschläge benötigt Obama, der als Präsident zugleich Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte ist, nach Einschätzung der US-Regierung nicht. Zuvor hatte er lediglich die vier führenden Politiker von Demokraten und Republikanern ins Weisse Haus geladen, um seine Strategie im Kampf gegen IS zu besprechen.

Das US-Militär hatte vor rund vier Wochen begonnen, Stellungen des IS im Irak zu bombardieren und seitdem mehr als 150 Angriffe geflogen. Dabei wurden nach Angaben des Pentagon mindestens 212 Ziele der Dschihadisten beschädigt oder zerstört.

Ausbildung syrischer Rebellen

Nach Medienberichten bilden die USA bereits seit längerem in Jordanien Mitglieder der Freien Syrischen Armee aus. Allerdings handle es sich dabei um eine verdeckte Aktion des Geheimdienstes CIA und nicht um einen offiziellen Militäreinsatz.

Weiter schicken die USA 475 weitere Soldaten in den Irak, um das Land im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu unterstützen. Sie sollen dort irakische und kurdische Kräfte ausbilden, ausrüsten und beraten.

Damit steigt die Zahl der in den Irak beorderten Soldaten auf etwa 1500. Darunter sind rund 750 Soldaten, die für die Sicherheit diplomatischer Einrichtungen in Bagdad zuständig sind, darunter die grosse US-Botschaft. Einen Einsatz bewaffneter US-Kampftruppen im Irak hat Obama mehrfach ausgeschlossen.

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