Viele der diskutierten Massnahmen seien gar schädlich, steht in dem von der Partei am Dienstag veröffentlichten Schreiben. "Wir wären gezwungen, unsere Grundsätze aufzugeben und alles das, wofür wir Jahre gearbeitet haben."

Nach vier Wochen habe unverändert nur ein Papier mit zahllosen Widersprüchen, offenen Fragen und Zielkonflikten vorgelegen. Wo es Übereinkünfte gegeben habe, hätten diese oft mit viel Geld der Bürger oder Formelkompromissen erkauft werden sollen. "Dieses Experiment einer Vierparteienkoalition ist leider gescheitert."

Weiter schreibt Lindner, die FDP werde ihre Wählerinnen und Wähler nicht im Stich lassen, in dem sie eine Politik mittrage, von der sie nicht überzeugt sei. "Also arbeiten wir weiter für ein modernes Land, für weltbeste Bildung, für die Chancen der Digitalisierung und eine faire Balance zwischen Bürger und Staat.", lautet Lindners Appell. Dafür sei die Unterstützung der Mitglieder erforderlich.

Lindner geht in seinem Brief auf mehrere Politikfelder ein. Beim Solidaritätszuschlag, den die FDP bis 2021 komplett abschaffen will, habe nur ein Vorschlag vorgelegen, mit dem die Ergänzungsabgabe "mässig reduziert" und bis in die nächste Legislaturperiode fortgeschrieben worden wäre.

Bei der Zuwanderung wäre zwar eine qualifizierte Einwanderung über ein Punktesystem erreichbar gewesen, beim Familiennachzug habe es am Sonntagabend aber immer noch keine Einigung gegeben.

Das Jamaika-Aus in Bildern: