Zunächst berichtete die Polizei von mehreren Schützen. Drei Menschen seien festgenommen worden, darunter eine Frau.

Nach einem mehrstündigen Feuergefecht und erfolglosen Verhandlungen sei ein mutmasslicher Angreifer mit Hilfe eines Roboters getötet worden, an dem ein Sprengsatz angebracht war, sagte der Polizeichef von Dallas, David Brown. Der Mann habe zuvor gesagt, er habe alleine gehandelt und sei kein Mitglied einer Gruppe.

Am Nachmittag (Ortszeit) sagte Brown bei einer Gedenkveranstaltung, man werde nicht ruhen, bevor alle zur Strecke gebracht seien, die in die Tat verwickelt sein könnten. Die Frage 'Einzeltäter oder nicht blieb' unbeantwortet. Der Sender CNN berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass die Polizei inzwischen von einem einzelnen Schützen ausgehe.

Keine Verbindung zu Terrororganisation

Nach Angaben aus dem Weissen Haus in Washington schliessen die Ermittler Verbindungen zu Terrororganisationen aus.

Der mutmassliche Schütze hatte sich stundenlang in einem Parkhaus verschanzt. Während der Auseinandersetzung habe er gesagt, er habe Weisse und vor allem weisse Polizisten töten wollen, sagte Brown. Er habe zudem erklärt, in der Stadt Bomben versteckt zu haben. Einsatzkräfte fanden keine Sprengsätze.

Anlass für die Demonstration am Donnerstagabend (Ortszeit) war der Tod von zwei Afroamerikanern, die in den Bundesstaaten Minnesota und Louisiana innerhalb von zwei Tagen durch Polizeischüsse ums Leben gekommen waren.

US-Medien identifizierten den getöteten mutmasslichen Schützen als 25-jährigen Mann aus Mesquite bei Dallas. Das US-Verteidigungsministerium bestätigte Medienberichte, wonach dieser von März 2009 bis April 2015 in der US-Armee diente, in einer Einheit für Schreinerei und Maurerhandwerk. Er war offenbar ein Afghanistan-Veteran. 

Obama: Bösartig und verachtenswert

Polizeichef Brown zufolge wurden die Beamten aus dem Hinterhalt angegriffen; einigen sei in den Rücken geschossen worden. US-Präsident Barack Obama nannte die Tat bösartig, kalkuliert und verachtenswert. Die US-Präsidentschaftsbewerber Hillary Clinton und Donald Trump sowie zahlreiche Prominente zeigten sich schockiert über die Bluttat.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte: "Es gibt keine Rechtfertigung für solche Gewalt". Er ging aber auch auf den Tod der zwei Afroamerikaner durch Polizeischüsse in den Tagen zuvor ein, die als möglicher Auslöser der Tat gelten.

"Diese Tötungen müssen gründlich und unparteiisch untersucht werden. Sie rücken wieder einmal die Notwendigkeit in den Fokus, das Problem der Diskriminierung und Ungleichbehandlung bei der Strafverfolgung anzugehen", sagte Ban.

Bei den Festgenommenen handelte es sich nach Polizeichef Browns Worten um eine Frau, die in der Nähe des Parkhauses festgenommen wurde, und zwei Männer, die in einem Wagen geflüchtet waren.

Chaos nach ersten Schüssen

Fernsehbilder zeigen das Chaos, als die ersten Schüsse kurz vor 21.00 Uhr (Ortszeit) am Donnerstag fielen. Passanten suchten Schutz in Hauseingängen oder Bushaltestellen. Bei den Schüssen habe sie zunächst an Feuerwerkskörper gedacht, sagte eine Zeugin dem Sender KTVT. Sie sprach von "mindestens 30 Schüssen". Ein Video zeigte einen Schusswechsel zwischen einem Verdächtigen und der Polizei.

Zuvor hatte es in Dallas - wie in New York und anderen US-Städten - friedliche Demonstrationen gegen Polizeigewalt gegen Afroamerikaner gegeben. In Baton Rouge im Bundesstaat Louisiana hatten zwei Polizisten einen 37-Jährigen Alton Sterling auf einem Parkplatz zu Boden gezwungen und ihn aus nächster Nähe erschossen.

Tags darauf starb ein 32-Jähriger in Falcon Heights, Minnesota, im Spital, nachdem ein Polizist bei einer Fahrzeugkontrolle auf ihn geschossen hatte.

Der Gouverneur von Minnesota räumte Rassismusprobleme ein. "Wäre das passiert, wenn die Insassen (...) weiss gewesen wären? Ich denke nicht", sagte Mark Dayton. "Ich denke, wir alle in Minnesota müssen eingestehen, dass diese Form von Rassismus existiert."

Lesen Sie den Verlauf der Ereignisse in unserem Newsticker nach: