Griechenland

Serie von Anschlägen in Athen: Paketbombe in Schweizer Botschaft

Griechische Polizei vor der Schweizer Botschaft in Athen

Griechische Polizei vor der Schweizer Botschaft in Athen

Die griechische Hauptstadt Athen ist am zweiten Tag in Folge von einer Paketbomben-Serie gegen ausländische Botschaften und andere Einrichtungen erschüttert worden. Eines der am Dienstag entdeckten Pakete war an die Vertretung der Schweiz gerichtet.

Mitarbeiter der Schweizer Botschaft entdeckten vor dem Eingang der Vertretung ein verdächtiges Paket. Dem Päckchen seien Metallspuren anzusehen gewesen, weshalb es von den Sicherheitskräften der Botschaft untersucht worden sei, teilte das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mit.

Beim Abnehmen der äusseren Verpackung ging das Paket demnach in Flammen auf. Es habe jedoch keine Explosion gegeben. Das EDA schreibt von einer "Stichflamme". Das griechische Radio hatte zuvor von einer Explosion berichtet. Verletzt wurde niemand. Ein Sprengsatz explodierte am Dienstag vor der russischen Botschaft.

Wenig Sprengkraft

Weitere verdächtige Pakete waren nach Polizeiangaben an die Botschaften Deutschlands, Bulgariens und Chiles gerichtet. Auch in der Nähe des griechischen Parlaments wurde ein Paket gefunden. Experten entschärften die Bomben, die keine grosse Sprengkraft hatten. Verletzte gab es nicht.

An die Botschaft Panamas war ebenfalls ein verdächtiges Paket adressiert. Dieses enthielt jedoch nur Papiere, wie die Polizei feststellte. Hinweise auf die Urheber der Paketbomben-Serie lagen nicht vor.

Die Sicherheitskräfte vermuteten Linksextremisten hinter der Anschlagswelle. Regierungssprecher Georgios Petalotis sagte, es sei ein vergeblicher Versuch, die öffentliche Ruhe zu stören. Die Polizei riegelte Teile der Athener Innenstadt ab.

Fahndungsfotos

Die Polizei veröffentlichte am Dienstagabend fünf Fotos von mutmasslichen Mitgliedern der linksextremen Organisation "Konspiration der Zellen des Feuers".

Es handelt sich um Aufnahmen von fünf Männern im Alter zwischen 21 und 30 Jahren. Die Polizei hatte am Vortag zwei mutmassliche Mitglieder der militanten Autonomen-Organisation festgenommen.

Die Gruppe hat sich in den vergangenen drei Jahren zu Bombenanschlägen auf Banken und Regierungsgebäude sowie Filialen ausländischer Firmen bekannt.

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