Kosovo

Serbien hat Zeugen für illegalen Organhandel durch UCK-Rebellen

Schild der Medicus Klinik in Pristina (Archivbild)

Schild der Medicus Klinik in Pristina (Archivbild)

Serbien hat eigenen Angaben zufolge einen Zeugen, der die Entnahme eines Herzen von einem serbischen Gefangenen durch die Kosovarische Befreiungsarmee (UCK) bezeugen kann.

Die Operation zur Entnahme des Organs für den Verkauf auf dem internationalen Schwarzmarkt habe sich in den späten 90er Jahren nahe der nordalbanischen Stadt Kukes ereignet, sagte der serbische Staatsanwalt für Kriegsverbrechen, Vladimir Vukcevic, der Nachrichtenagentur AFP.

Anschliessend habe der Zeuge das Herz zum Flughafen von Rinas nahe der Hauptstadt Tirana gebracht, sagte Vukcevic. Nach Aussage des Zeugen erhielt er eine spezielle Ausbildung für die Entnahme von Organen.

Bei dem Zeugen handelt es sich laut Vukcevic um einen früheren UCK-Kämpfer, der unter Schutz der Justiz steht. Es war nicht klar, ob der serbische Gefangene zur Zeit der Operation tot oder lebendig war.

Kosovos Aussenminister Enver Hoxhaj bezeichnete die Vorwürfe als "Propaganda". Es handle sich um einen Versuch, "einen sehr grossen Tag für den Kosovo" zu verdunkeln, sagte Hoxhaj mit Blick auf Montag, an dem das Land trotz des Widerstands Serbiens volle Souveränität erlangen soll.

Es habe zuvor bereits Informationen gegeben, dass Serbien am Tag vor dem Ende der internationalen Überwachung schlechte Nachrichten veröffentlichen werde.

Der Schweizer Sonderberichterstatter des Europarats Dick Marty hatte Ende 2010 UCK-Kommandanten, einschliesslich dem aktuellen kosovarischen Regierungschef Hashim Thaci, vorgeworfen, während des Kosovokrieges 1998-1999 am Handel mit den Organen serbischer Gefangener beteiligt gewesen zu sein.

Thaci wies die Vorwürfe zurück. Laut Marty gibt es einen engen Zusammenhang zwischen den Vorwürfen gegen Thaci und dem Skandal um die Medicus Klinik in Pristina, die seit Oktober im Zentrum eines Prozesses wegen illegalen Organhandels steht.

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