Kosovo

Serben wegen Kriegsverbrechen im Kosovo zu hohen Strafen verurteilt

Nikola Sainovic am Donnerstag vor Gericht in Den Haag

Nikola Sainovic am Donnerstag vor Gericht in Den Haag

Das UNO-Kriegsverbrechertribunal hat vier ehemalige hochrangige serbische Politiker und Offiziere für Kriegsverbrechen endgültig zu langen Gefängnisstrafen von 14 bis 22 Jahren verurteilt.

Die Richter in Den Haag senkten im Berufungsurteil in drei Fällen die Strafen. Sie folgten damit Einwänden der Verteidiger. Der frühere jugoslawische Vize-Regierungschef Nikola Sainovic wurde am Donnerstag zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt; in erster Instanz hatte die Strafe 22 Jahre betragen.

Die Strafe für den ehemaligen Chef des serbischen Innenministeriums in Pristina, Sreten Lukic, wurde von 22 auf 20 Jahre reduziert. Der ehemalige Armee-Kommandant Vladimir Lazarevic muss für 14 statt bisher 15 Jahre ins Gefängnis. Gegen den Ex- Kommandanten Nebojsa Pavkovic bestätigten die Richter das Urteil von 22 Jahren Haft.

Die vier Männer waren enge Mitarbeiter des damaligen jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic. Sie waren gemäss dem Urteil verantwortlich für Morde, Vertreibung und sexuelle Gewalt an der albanischstämmigen Bevölkerung Kosovos sowie für die Zerstörung von Moscheen.

Die Verbrechen gehen zurück auf den Kosovokrieg Ende der 90er Jahre. Im März 1999 war dann nach NATO-Luftangriffen in der ehemals südserbischen Provinz ein UNO-Protektorat eingerichtet worden. 2008 erklärte sich der Kosovo für unabhängig.

Freispruch für Ex-Präsident

In dem fast acht Jahre dauernden Kosovo-Prozess war bereits 2009 der frühere Präsident Serbiens Milan Milutinovic freigesprochen worden. Der ehemalige jugoslawische General Dragoljub Ojdanic war zu 15 Jahren verurteilt worden. Gegen diese Urteile war keine Berufung eingelegt worden.

Wegen der Verbrechen im Kosovo stand auch Ex-Präsident Milosevic vor dem Gericht. Er starb jedoch vor Ende seines Prozesses in seiner Zelle 2006.

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