Am Jahrestag des von bosnisch-serbischen Truppen verübten Massakers an tausenden Muslimen gelte "die Achtung und der Respekt den unschuldigen Opfern" und ebenso "allen anderen Opfern" des Bosnienkrieges (1992-1995), zitierte die serbische Nachrichtenagentur Beta Tadic weiter. Der Staatschef hatte in den Jahren 2005 und 2010 am Gedenken in Srebrenica teilgenommen.

Zweifeln an Wille zur Wahrheit

Der muslimische Vertreter im dreiköpfigen bosnischen Staatspräsidium, Bakir Izetbegovic, sieht Serbien indessen noch weit entfernt von einer echten Auseinandersetzung mit dem Massaker. "Das serbische Volk ist noch nicht bereit, der Wahrheit ins Gesicht zu schauen, weil es bis jetzt noch keine kathartischen Handlungen gab."

Als einen Beleg führte Izetbegovic serbische "Provokationen" nach der Festnahme von Ex-Armeechef Ratko Mladic Ende Mai an. Mladic muss sich vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal für Ex-Jugoslawien in Den Haag verantworten. Er hat noch immer viele Anhänger in Serbien, die ihn als Kriegshelden verehren.

Das Massaker von Srebrenica vom Juli 1995 gilt als das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Damals waren Mladics bosnisch-serbischen Truppen in die UNO-Schutzzone Srebrenica einmarschiert und hatten an den Blauhelmsoldaten vorbei rund 8000 Muslime verschleppt und getötet, vorwiegend Männer und Jungen.