Bei der konstituierenden Sitzung in Barcelona waren nur 127 der insgesamt 135 Parlamentarier anwesend. Drei separatistische Politiker sitzen in U-Haft, fünf weitere - darunter Ex-Regionalchef Carles Puigdemont - hatten sich nach Brüssel abgesetzt, um einer Festnahme zu entgehen.

Torrent, der bisher Bürgermeister der katalanischen Kleinstadt Sarriá de Ter war, muss nun wichtige Entscheidungen fällen. Vor allem geht es darum, ob Puigdemont auch in Abwesenheit erneut zum Regionalpräsidenten gewählt werden kann. Die Unabhängigkeitsbefürworter hatten bei der Neuwahl am 21. Dezember erneut eine Mehrheit errungen.

Die beiden grössten separatistischen Parteien - Puigdemonts Liste Junts per Catalunya und die Esquerra Republicana de Catalunya (ERC) - hatten sich zuvor darauf geeinigt, den 55-Jährigen als Kandidaten zu unterstützen. Der erste Wahlgang soll bis zum 31. Januar stattfinden.

Puigdemont hatte zuvor angekündigt, sein Regierungsprogramm Ende des Monats per Videokonferenz zu erklären oder sich von einem Vertreter ersetzen zu lassen. Die Zentralregierung in Madrid, die die Region unter Zwangsverwaltung gestellt hat, will in diesem Fall vor das Oberste Gericht ziehen. Sie will unbedingt verhindern, dass Puigdemont erneut ins Amt kommt.