Flüchtlinge

Sea-Eye-Rettungsschiff nach dreiwöchiger Pause wieder im Einsatz

Wieder in See gestochen: Das Rettungsschiff "Alan Kurdi" der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye, hier bei der Namensänderung. Der neue Name erinnert an einen ertrunkenen dreijährigen Flüchtling

Wieder in See gestochen: Das Rettungsschiff "Alan Kurdi" der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye, hier bei der Namensänderung. Der neue Name erinnert an einen ertrunkenen dreijährigen Flüchtling

Zur Rettung schiffbrüchiger Flüchtlinge im Mittelmeer ist wieder ein deutsches Hilfsschiff im Einsatz. Das Schiff «Alan Kurdi» hat nach einer entsprechenden Erlaubnis der Behörden in der Nacht zum Samstag den Hafen von Palma de Mallorca verlassen.

Es sei "das letzte verbliebene Schiff einer Hilfsorganisation, das nicht von Behörden blockiert oder von Staaten festgehalten" werde, teilte die Hilfsorganisation Sea-Eye mit.

Das Schiff steuerte demnach nach einer dreiwöchigen Pause und verschiedenen Wartungsarbeiten in Richtung Libyen, um in den internationalen Gewässern vor der Küste des nordafrikanischen Landes die Lage zu beobachten. An Bord waren auch drei Seeleute und eine Krankenschwester der spanischen Hilfsorganisation Proem Aid.

Die neue Mission wurde laut der Hilfsorganisation erst durch eine Spende des deutschen Kardinals und Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz Reinhard Marx ermöglicht. Die lange Blockade des Schiffes vor der Küste Maltas um den Jahreswechsel habe ein "finanzielles Loch in den Vereinshaushalt" gerissen.

Damals hatte die Hilfsorganisation 17 gerettete Flüchtlinge an Bord, die erst nach zähen Verhandlungen über ihre Verteilung in der EU an Land gehen durften.

Das Schiff war bis vor Kurzem unter dem Namen "Professor Albrecht Penck" unterwegs und wurde vor einer Woche auf "Alan Kurdi" umgetauft. So hiess ein dreijähriger Knabe, der im September 2015 auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Mittelmeer ertrunken war.

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