Bei einem schweren Zugunglück in der türkischen Hauptstadt Ankara sind mindestens sieben Menschen getötet und 46 verletzt worden. Das berichtete am Donnerstagmorgen die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Zuvor hatte der Gouverneur der Provinz Ankara, Vasip Sahin, von vier Toten und 43 Verletzten gesprochen.

Gegen 6.30 Uhr Ortszeit war nahe der Station Marsandiz der zwischen den Städten Ankara und Konya verkehrende Schnellzug mit einer Lokomotive zusammengestossen. Der Gouverneur der Provinz Ankara, Vasip Sahin, sagte, die Lokomotive sei auf denselben Gleisen wie der Schnellzug für eine Kontrollfahrt unterwegs gewesen. Teile des Hochgeschwindigkeitszuges krachten nach der Kollision in eine Überführung. Die Konstruktion, die offenbar aus Metall bestand, brach teilweise auf zwei der Waggons herunter.

Bilder zeigten die beiden betroffenen Wagen umgestürzt zwischen zerrissenem und verbogenem Metall liegend, einer davon quer zu den Gleisen. Nicht weit entfernt ist die ebenfalls von den Gleisen abgekommene schwere Zugmaschine zu sehen. Der Unfallort liegt nahe der Station Marsandiz, die keine belebte Grossstadt-Station ist. Ersten Informationen zufolge liegt dort unter anderem eine Anlage zur Wartung von Zügen.

Offene Fragen

Wie schnell der Zug unterwegs war, blieb zunächst unklar. Auch wieso gleichzeitig zwei Züge auf denselben Gleisen fahren durften, konnten die Behörden noch nicht beantworten. Anadolu zufolge hat die Staatsanwaltschaft in Ankara eine Untersuchung eingeleitet.

Zugunglücke sind in der Türkei keine Seltenheit. Erst im Juli waren bei einem schweren Unfall in der Nordwesttürkei mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 300 Menschen mussten verletzt in Krankenhäuser gebracht werden. Der Zug mit 362 Reisenden an Bord war entgleist, nachdem Regenfälle das Gleisbett weggespült hatten.

Die Türkei will Medienberichten zufolge ihr Hochgeschwindigkeits-Bahnnetz modernisieren und hofft dabei auch auf Investitionen aus Deutschland.