Entführung

Schweizer in der Nähe von Mexiko-City entführt

Grenzzaun zwischen Mexiko und dem US-Bundesstaat Arizona bei Nogales (Archiv)

Grenzzaun zwischen Mexiko und dem US-Bundesstaat Arizona bei Nogales (Archiv)

In Mexiko ist ein Schweizer entführt worden. Das EDA bestätigte am Dienstagabend eine Vorabmeldung des Westschweizer Wochenmagazins «L'Illustré». Gemäss diesem Bericht fordern die Entführer des 50-jährigen Mannes Lösegeld.

Laut dem Bericht, der am Mittwoch veröffentlicht wird, ist die Geisel ein Industrieller aus dem Berner Jura. Er lebt seit fast 20 Jahren in der Stadt Cuernavaca, etwa anderthalb Autostunden von Mexiko-City entfernt und hat ein Geschäft mit Schweizer Uhren aufgebaut. Der Mann verschwand am 19. Dezember, als er in der Nähe seines Wohnhauses in einem Wald joggte. Die Entführer sollen ein Lösegeld von 300'000 Dollar (293'000 Franken) gefordert haben.

In Kontakt mit Behörden

Das Eidg. Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA eine Entführung in Mexiko. Das EDA sei in «regelmässigem Kontakt mit den lokalen Behörden, die für den Fall zuständig seien», sagte Sprecher Adrian Sollberger. Ebenso halte es Kontakt mit der Familie des Opfers.

Das EDA habe beim mexikanischen Aussenministerium und bei den Justizbehörden interveniert, um der Besorgnis der Schweiz wegen der Entführung Ausdruck zu geben. Parallel dazu habe sich das EDA mit Botschaften von Staaten ausgetauscht, die Erfahrung mit ähnlichen Fällen hätten, sagte Sollberger.

Gemäss «L'Illustré» soll die Schweizer Botschaft in Mexiko es zunächst abgelehnt haben, die Ehefrau des Entführten zu treffen. Diese Information dementierte das EDA. Die Botschaft in Mexiko und die Sektion Konsularischer Schutz in Bern unterstützten die laufenden Anstrengungen für eine rasche Lösung, sagte Sollberger.

Laut dem Bericht des Magazins händigte ein Geschäftspartner des Opfers den Entführern am Tag nach der Tat 10'000 Franken des geforderten Lösegeldes aus. Seither seien die Angehörigen des Schweizers ohne Nachricht des Opfers geblieben. Auch von den Entführern hätten sie nichts mehr gehört.

EDA mahnt zur Vorsicht

Das EDA hat seine Reisehinweise für Schweizer Bürger, die nach Mexiko reisen oder in dem Land leben, nicht verändert. Es weist nach wie vor darauf hin, «der persönlichen Sicherheit grosse Aufmerksamkeit zu schenken» und «grösste Vorsicht walten zu lassen».

Gewarnt wird besonders vor dem Risiko, entführt zu werden. «Gelderpressungsversuche und Entführungen sind häufig, vor allem im Hauptstadt-Bundesdistrikt und im Bundesstaat Morelos.» In diesem Bundesstaat, rund 80 Kilometer südlich von Mexiko-City, wurde der Schweizer entführt. (SDA)

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1