US-Wahlen

Schweizer Fernsehen macht «schlimmste Präsidenten-Debatte aller Zeiten» noch schlimmer

Das SRF übertrug das TV-Duell zwischen US-Präsident Donald Trump (l.) und seinem Herausforderer Joe Biden.

Das SRF übertrug das TV-Duell zwischen US-Präsident Donald Trump (l.) und seinem Herausforderer Joe Biden.

Der öffentliche Sender hätte sich profilieren können mit der Übertragung der Debatte aus den USA. SRF scheiterte aber kläglich.

Für einen Service-public-Sender war die Übertragung der Debatte aus Cleveland eine Chance. Das Schweizer Fernsehen hat sie verpasst. Es verzichtete darauf, Experten aufzubieten, die eine Bewertung zum hitzigen Duell hätten abgeben können. SRF bot nur seinen USA-Korrespondenten Peter Düggeli auf.

Über Joe Biden sage man, er sei fahrig, meinte Düggeli. Fahrig war dann aber nicht der demokratische Herausforderer, sondern der SRF-Mitarbeiter. Er verhedderte sich in der Grammatik der deutschen Sprache, verwechselte ständig «habe» mit «hätte» – und gab Einschätzungen von eindrücklicher Banalität ab. «In der ersten Debatte kommt es darauf an, wer gewinnen wird», sagte Düggeli. Und in den beiden folgenden Duellen geht es darum, wer die schönere Krawatte trägt?

Entbehrliche Zusammenfassungen

Anders als deutsche und österreichische Sender verzichtete das Schweizer Fernsehen auf eine Simultanübersetzung. Dass Menschen, die mitten in der Nacht dem Meinungsstreit amerikanischer Politiker folgen, mit Englisch gut bedient sind - diese Haltung des Schweizer Fernsehens kann man verstehen. Ärgerlich ist dann aber, wenn der Korrespondent vor Ort meint, dazwischenreden zu müssen. Düggelis Zusammenfassungen der einzelnen thematischen Blöcke waren entbehrlich. Und die Fernsehzuschauer verpassten so einen Teil der Debatte.

Am Schluss der Sendung schnippte Düggeli dann mit den Fingern. Wahrscheinlich, um dem Kameramann zu signalisieren, dass er fertig geredet habe. Spätestens da wähnte man sich auf Tele Bronschhofen.

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