Libyen-Ticker

Schweiz sperrt allfällige Vermögen von Gaddafi

Während die schweren Auseinandersetzungen immer näher an Tripolis rücken, hält Gaddafi eine weitere Rede, in der er versucht, die Demonstranten als von Al Kaida beeinflusste, dumme Jugendliche darzustellen.

19:54 28 Personen auf «schwarzer Liste» von EDA Nebst der Einfrierung von Geldern sind auch der Verkauf und jegliche Veräusserung von Gütern - namentlich von Immobilien - dieser Personen sei ab sofort verboten. Die entsprechende Verordnung tritt heute in Kraft und hat eine Gültigkeit von drei Jahren. Auf der Liste aufgeführt sind neben dem Revolutionsführer 28 weitere Personen, darunter Ehefrau Safia Al Barassi sowie Söhne und Töchter Gaddafis. Auch Gelder von weiteren Verwandten und von libyschen Wirtschaftsführer sind per sofort blockiert.

19:43 300 Tote in Bengasi Die von Italiens Aussenminister genannte Zahl von geschätzten tausend Todesopfern in Libyen dürfte inzwischen bei weitem überholt sein. Nachdem in den letzten zwei Tagen stündlich Bilder und Berichte von weiteren Massakern auftauchten, bezifferte nun BBC-Reporter Jon Leyne allein die Zahl der heutigen Opfer in Bengasi auf 300.

19:41 Gewehrsalven auch in Sawija Die Städte Misrata und Sawija scheinen hart umkämpft zu sein. Den ganzen Tag durch erreichen immer wieder Meldungen über Gefechte in den Städten die Medien.

19:39 USA und Frankreich fordern Ausschluss von Libyen aus UN-Menschenrechtsrat Nachdem Sarkozy gefordert hat, Libyen sei wegen Verletzung der Menschenrechte seiner Bürger aus dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen auszuschliessen, haben sich nun die USA dieser Forderung angeschlossen.

19:36 Twitter-Nutzer berichten von Angriffen in Misrata Twitter-Nutzer hören Gewehrsalven in der Stadt Misrata. Offenbar versucht das Militär, eine TV-Station zu zerstören.

19:18 Regime-Unterstützer töten Spitalinsassen Gemäss der katholischen Nachrichtenagentur Misna berichten Menschenrechtler von abscheulichen Greueltaten in Tripolis. So sollen Bewaffnete Spitäler gestürmt und die dort liegenden Verletzten getötet haben. Ärzte, die einschreiten wollten, wurden bedroht. Die Leichen wurden weggeschafft, um sie verschwinden zu lassen.

19:13 Schweiz sperrt allfällige Vermögen von Muammar al-Gaddafi Der Bundesrat sperrt allfällige Vermögen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi und seines Umfeldes mit sofortiger Wirkung, wie das Aussenministerium EDA mitteilt. Damit wolle der Bundesrat jegliches Risiko einer Veruntreuung von staatlichem libyschem Eigentum vermeiden.

18:38 Iranische Kriegsschiffe in Syrien eingetroffen Der iranische Marinechef Habibollah Sajari hob nach der Ankunft die «strategischen Beziehungen» zwischen dem Iran und Syrien hervor. Sajari dementierte zudem, dass eine Militärübung geplant sei. «Es handelt sich um eine lange Übungsreise auf dem Meer», sagte er der iranischen Nachrichtenagentur Irna. Bei den Kriegsschiffen handelt es sich um die Fregatte «Alwand» und das Versorgungsschiff «Charg». Die «Alwand» ist in der Regel mit Torpedos und Schiffsabwehrraketen ausgestattet, die «Charg» mit ihrer 250-köpfigen Besatzung kann nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars unter anderem drei Helikopter transportieren. Die Schiffe hatten unter scharfem Protest Israels am Dienstag den Suez-Kanal passiert. Es handelte sich um die erste Durchfahrt iranischer Militärschiffe seit dem Jahr 1979. Israel setzte daraufhin seine Marine in Alarmbereitschaft. Die NATO gab am Mittwoch an, die Schiffe «wie jedes andere Kriegsschiff in der Gegend» zu beobachten.

18:22 Grosse Proteste in Jemen – Präsident schützt Demonstranten Nach dem Tod von zwei Jemeniten kam es heute zu den grössten Demonstrationen seit Beginn der Proteste im Jemen. Sie fordern den Rücktritt von Präsident Ali Abdullah Salih. Dieser hat den Streitkräften den strikten Auftrag erteilt, die Demonstranten zu beschützen.

Proteste im Jemen

18:13 Ägypten verstärkt Grenze zu Libyen Das ägyptische Militär hat nach eigenen Angaben die Grenze zu Libyen weiter verstärkt.

17:59 Sohn Gaddafis fordert Journalisten zu Einreise auf Nach zahlreichen Berichten über eine regelrechte Jagd auf Journalisten in Libyen sagt Saif al-Islam nun gegenüber der libyschen Nachrichtenagentur al-Islam, ausländische Journalisten sollten nach Libyen reisen und sich ein Bild von der Lage machen.

Gaddafi-Sohn fordert Journalisten zu Einreise auf (Screenshot Libyan State TV)

Gaddafi-Sohn fordert Journalisten zu Einreise auf (Screenshot Libyan State TV)

17:47 Botschafter in Jordanien tritt zurück Nun ist auch der libysche Botschafter in Jordanien zurückgetreten. Bevor er den Entschluss fasste, hatten bereits grosse Teile seiner Belegschaft gekündigt.

17:45 Offiziere der Luftwaffe laufen zu Opposition über Mehrere Offiziere sollen laut Al-Dschasira das Gaddafi-Regime verlassen und sich der Revolte angeschlossen haben.

(Screenshot Al-Dschasira)

Libyscher Flugwaffe-Offizier erklärt Anschluss an Opposition (Screenshot Al-Dschasira)

(Screenshot Al-Dschasira)

17:32 SP und Aktion Finanzplatz fordern Einfrierung der Gaddafi-Gelder Die Sozialdemokratische Partei und Nichtregierungorganisationen haben den Bundesrat am Donnerstag aufgefordert, allfällige Vermögenswerte des Gaddafi-Clans in der Schweiz umgehend zu sperren. Die Schweiz müsse Partei für die Mehrheit der Bevölkerung ergreifen, nicht für selbstherrliche Autokraten und Tyrannen, schreibt die SP in einem Communiqué. Ob und wie viel Geld des Gaddafi-Clans in der Schweiz ist, ist unklar.

17:10 Regime-Gegner erobern Ölraffinerien Gemäss Reuters sollen die Ölraffinerien in Marsa Brega und Ras Lanuf von der Opposition erobert worden sein.

17:06 Gaddafi soll Jugendliche angeheuert haben Im blutigen Ringen in Libyen schickt Staatschef Muammar al-Gaddafi nach neuesten Medienberichten auch eine Art Jugend-Miliz auf seine Gegner los. Die französische Zeitung «Libération» berichtete am Donnerstag in einer Reportage aus der Region um die ostlibysche Stadt Benghasi über eine derartige Freiwilligen-Truppe, «Mourtazaqa» genannt. In einer Schule in Benghasi seien rund 200 dieser Milizionäre eingesperrt; sie waren nach eigenen Angaben im Süden des Landes für eine Demonstration in Tripolis angeworben worden. Stattdessen seien sie dann in die Kampfgebiete im Osten des Landes geflogen und dort gefangen genommen worden, berichtete der Reporter der Zeitung.

17:00 Verzweiflungstaten der Oppositionellen Regime-Gegner hätten Autos voller Benzin gegen anrollende Panzer gelenkt und in Brand gesetzt, berichtet ein französischer Reporter. In einer Kaserne an der Küste würden rund 30 derartige ausgebrannte Wracks stehen.

16:54 Flakgeschütze gegen Demonstranten In Benghasi berichtete ein Apotheker über Soldaten, die mit Flakgeschützen in die demonstrierende Menge geschossen hätten. Alle Kühlkammern des Al-Jalla-Spitals seien mit Leichen gefüllt gewesen, betonte der Mann.

16:37 Regime verstärkt Bemühungen um Informationsstop Mehrere Journalisten, unter anderem von Spiegel und Al-Dschasira, berichten, dass Datenübertragungen, die bis anhin möglich waren, nun gestört werden. Die von den Journalisten genutzte Lücke ist eine Satellitenübertragung.

16:25 Darnis ist von der Opposition eingenommen worden In der Küstenstadt im Osten des Landes hat die Opposition die Kontrolle. Videos zeigen feiernde Frauen, die Gaddafi-feindliche Slogans singen und lange Autokorsos.

Autokorsos in Darnis

16:09 Grosse Reserven chemischer Waffen Gemäss Al-Dschasira verfügt Gaddafi über grosse Vorräte an chemischen Waffen. Ob er auch die Gerätschaften hat, um sie einsetzen zu können, ist hingegen unklar.

16:04 Kämpfe immer näher an Tripolis In Misrata, 120 Kilometer östlich von Tripolis und in Sawija, 30 Kilometer westlich der Hauptstadt, gibt es seit Stunden schwere Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Paramilitärs. Aus Sawija kommen Berichte über rund 400 Verletzte.

15:59 Bis zu 110 Tote in Sawija In den Gefechten, die vor einigen Stunden in Sawijah stattfanden sollen rund hundert Menschen ums Leben gekommen sein. Al-Dschasira spricht von «mindestens zehn Toten», Augenzeugen sprechen von hundert bis 110 Todesopfern. Die Sicherheitskräfte haben sich daraufhin zurückgezogen, die Stadt ist also nach wie vor unter Kontrolle der Opposition. Diese liess verlauten, sie werde in der Stadt bleiben, auch wenn die Sicherheitskräfte zurück kommen würden.

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Quelle: Aljazeera

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15:42 Gaddafis Rede In einer 20 Minuten dauernden Rede, die Gaddafi telefonisch am Staatsfernsehen hielt, machte dieser einen sehr verunsicherten Eindruck. Er forderte das Volk auf, es solle die bewaffneten Kinder auf den Strassen, die unter Drogeneinfluss stünden, nach Hause holen und ihnen die Waffen wegnehmen. Es seien junge Männer, die von Al Kaida und den USA angespornt worden seien. Er sei nur ein Vater, der seinem Volk einen Rat geben wolle. Will das Volk nicht auf ihn hören, könne er nichts mehr für es tun. Er versucht sich als repräsentativen Staatsmann ohne jegliche politischen Rechte darzustellen und vergleicht sich mit der britischen Königin. Er sprach auch die Geschehnisse in der Stadt Sawija an und bezeichnet die schweren Auseinandersetzungen dort als «Komödie». Die Menschen seien selber Schuld, wenn sie sich gegenseitig umbringen wollten. Abgeschlossen hat er die Rede mit den Worten, «das Volk ist verantwortlich für die Geschehnisse im Land, ob Krieg oder Frieden».

15:36 Die Rede ist zu Ende

15:35 «Bitte enttäuscht mich nicht» «Nehmt den Kindern die Waffen weg. Wenn ihr das nicht tut, wenn das wirklich die Art von Leben ist, die ihr euch vorstellt, dann kann ich euch nicht mehr helfen.»

15:31 Gaddafi sagt weiter, hinter den Unruhen würde Osama Bin Laden mit Al Kaida stehen Die Demonstranten bezeichnet er als Terroristen, denen man nicht die Macht überlassen dürfe.

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Schiesserei in Tripolis

15:30 «Hört auf, mehr Blut in die Gesellschaft zu pumpen» Er habe nicht mehr die Möglichkeit, Gesetze zu erlassen, sagt Gaddafi und vergleicht seine Situation mit der der englischen Königin. Vorher sei das Leben doch so angenehm gewesen, alle hätten Geld gehabt, konnten ihre Familien versorgen, Essen kaufen, sich ein schönes Auto kaufen.

15:25 «Demonstranten sind Islamisten» Die Opposition wolle einen Gottesstaat, basierend auf der Sharia, aufbauen, sagt Gaddafi. Er beklagt sich darüber, dass es unsicher ist, wie Familien versorgt werden sollen können, wenn die Leute nicht regulär ihrer Arbeit nachgehen. Der Ölfluss werde zum Erliegen kommen, kein Geld mehr ins Land kommen.

15:23 Die Demonstranten seien nur sehr wenige, junge Männer mit Waffen Es seien Menschen, die von den USA und anderen Staaten angestachelt werden würden. Er fordert die Menschen auf, Sorge zu ihren Kindern zu tragen und sie zu Hause zu behalten. Immer wieder sagt er, die Demonstranten stünden unter dem Einfluss von Drogen.

15:20 «Niemand, der älter als 20 ist, würde sich jemals solchen Protesten anschliessen» «Niemand, der ein bisschen bei Verstand ist oder irgendwie von Bedeutung, würde so etwas [die Demonstrationen] jemals organisieren.»

15:17 «Ihr könnt die Regierung besetzen, mit wem immer ihr wollt» Gaddafi sagt, die Demonstranten hätten keine Ahnung, wie sie mit Waffen umgehen sollen.

15:15 Rede von Gaddafi beginnt Eine angekündigte Rede von Muammar al-Gaddafi hat soeben begonnen. Er spricht über eine Telefonleitung auf dem libyschen Staatsfernsehen.

15:09 Botschaft in Bern wieder mit Flagge Gaddafis Die Botschaft in Bern hat wieder die Flagge Gaddafis gehisst, nachdem in der Nacht von Unbekannten die Flagge des alten Königreichs, das Symbol des Widerstands, hochgezogen haben. Das meldet «20 Minuten». Gemäss Polizei haben ausserdem zwei Aktivisten heute Probleme gemacht. Welcher Art diese waren, wurde nicht mitgeteilt.

14:51 Gaddafis Pilot flüchtet nach Wien Die BBC meldet, dass einer von insgesamt vier Privatpiloten von Gaddafi sich nach Wien abgesetzt hat. Der Norweger Odd Birger Johansen hat nach eigenen Angaben um das Leben seiner Familie gefürchtet.

14:03 Video von Schiessereien aufgetaucht Das Video soll aus Tajoura stammen. Es zeigt, wie ein Mann vor Söldnern flüchtet, die in der Nähe mit einem weissen Fahrzeug angehalten haben. Als der Kameramann versucht, das Auto und die Söldner vor die Linse zu nehmen, scheint es, als würde er erschossen. Über seinen Verbleib sind keine Informationen bekannt. Herkunft und Authentizität des Videos lassen sich nicht überprüfen. Al-Dschasira ordnet es Sawija zu, das 30 Kilometer von Tripolis entfernt liegt. Die Gefechte sind noch im Gang.

Screenshot Al Jazeera

Ein erstes Bild aus Misurata: Jubelnde Oppositionelle auf einem zurückgelassenen Armeepanzer

Screenshot Al Jazeera

13:50 Schweizer Grenzwächter müssen auf Sizilien in den Einsatz Wie der «Tages-Anzeiger» soeben erfahren hat, haben zwei Spezialisten des Schweizer Grenzwachtkorps einen Einsatzbefehl von Frontex erhalten. Die EU-Grenzschutzorganisation setzt sie auf Sizilien ein, wo sie afrikanische Flüchtlinge nach Herkunft und Reiseweg befragen sollen.

13:41 Zivile Schiffe im Mittelmeer sollen bei Evakuierung helfen Die EU-Komission sucht nach Schiffen, die in der Nähe sind und Flüchtlinge aufnehmen könnten. Bereits gemeldet haben soll sich ein chinesisches, das Platz für 500 Personen hat, berichtet Spiegel Online.

13:31 Das Grossunternehmen Evakuierung der Ausländer ist in vollem Gange Zwei griechische Fähren haben am Donnerstag tausende Chinesen und Bürger anderer Staaten aus dem libyschen Hafen von Benghasi evakuiert. Die Fähren haben nach Angaben der griechischen Küstenwache Kurs auf die griechische Insel Kreta genommen. An Bord seien 4600 Chinesen, 30 Thailänder und 30 EU-Bürger, in ihrer Mehrheit Griechen und Zyprer, hiess es. Griechische Fähren sollen in den kommenden Tagen im Auftrag Pekings rund 15'000 Chinesen aus Libyen in Sicherheit bringen.

Anschliessend sollen sie mit Sonderflügen nach China gebracht werden, berichtete das Staatsradio weiter. Die Türkei, die bisher mehr als 5000 ihrer insgesamt 25'000 in Libyen befindlichen Staatsbürger aus dem Land geschafft hat, sichert die über das Mittelmeer laufenden Rettungsaktion mit Fregatten ab. Auch Italien setzt Flugzeuge und Schiffe der Marine ein.

13:29 Attentat auf Suleiman bestätigt Der ägyptische Aussenminister Ahmet Abul-Gheit hat Berichte über einen Anfang Februar versuchten Anschlag auf den früheren Vizepräsidenten Omar Suleiman bestätigt. Unbekannte hätten im Kairoer Stadtteil Heliopolis aus einem gestohlenen Krankenwagen heraus auf das Auto Suleimans gefeuert, sagte der Minister am Donnerstag dem arabischen Fernsehsender Al- Hayat. Ein Personenschützer sei getötet worden, zwei weitere Begleiter wurden verletzt.

Der Anschlag sei am 4. Februar verübt worden, eine Woche vor dem Sturz von Präsident Husni Mubarak, sagte der Minister. Suleiman hat sich nicht mehr öffentlich gezeigt, seit er im Staatsfernsehen einen Rücktritt Mubaraks verkündet hatte. Mubarak hatte seinen Geheimdienstchef Suleiman am 29. Januar zu seinem Stellvertreter ernannt. Die Führung in Kairo hatte den Anschlag auf Suleiman zunächst dementiert.

13:06 Opposition vertreibt Sicherheitskräfte aus Misrata Die Oppositionellen haben erfolgreich die etwa 1000 Mann umfassende Hamsa-Brigade aus Misrata vertrieben. Die Oppositionellen wehrten sich gegen die gut ausgerüsteten Paramilitärs mit Kalaschnikows. Misrata liegt etwa 200 Kilometer östlich der Hauptstadt Tripolis. Die Kämpfe fänden in der Nähe des Flughafen der Stadt statt. «Die (Pro-Gaddafi)-Brigade hat dort die Kontrolle erlangt, aber wir bemühen uns, sie zurückzuschlagen», berichtet ein Zeuge am Telefon der Nachrichtenagentur Reuters in Algier. Das etwa drei Kilometer entfernte Stadtzentrum sei weiter in der Hand der Gaddafi-Gegner. Die Aufständischen haben grosse Teile Ost-Libyens unter ihre Kontrolle gebracht, darunter die Hafenstadt Benghasi. Inzwischen gewinnen sie auch Zulauf im Westen des Landes.

Das Versorgungsschiff «Berlin» (Mitte) und die Fregatten «Brandenburg» und «Rheinland-Pfalz» sind im Streifen zwischen Libyen und Malta im Einsatz. (Archivbild)

Das Versorgungsschiff «Berlin» (Mitte) und die Fregatten «Brandenburg» und «Rheinland-Pfalz» sind im Streifen zwischen Libyen und Malta im Einsatz. (Archivbild)

13:03 Rede Gaddafis soll in Kürze starten Gemäss Al-Dschasira soll in Kürze eine erneute Rede von Gaddafi im libyschen Staatsfernsehen übertragen werden.

12:50 Leichen werden verbrannt und ins Wasser geworfen Nouri Al Masmari, ein aus dem innersten Zirkel Gaddafis nach Paris geflüchteter Libyer, sagt im Interview mit Al-Dschasira, das Regime würde Leichen verbrennen und ins Wasser werfen lassen. So könnten sie nie wieder gefunden werden, so Al Masmari: «Wieso sie das tun? Weil die Toten nie wieder gefunden werden können, wenn sie im Meer verschwinden. Weil es dann nie ein Grab geben wird, auf dem jemand trauern kann.»

12:30 Gaddafis rechte Hand soll sich nach Ägypten abgesetzt haben Die Nachrichtenagentur Associated Press berichtet, ein Cousin Gaddafis, Ahmed Gadhaf al Dam, soll sich nach eigenen Angaben nach Kairo abgesetzt haben. Dies aus Protest gegen «schwere Menschenrechtsverletzungen», die begangen worden seien bei der Niederschlagung von Protesten.

12:28 Gaddafi-Anhänger sollen Misrata angegriffen haben Bei einem Angriff nahe der Stadt Misrata sollen Gaddafi-Anhänger mehrere Oppositionelle getötet haben, berichtet Al-Dschasira.

12:23 Westerwelle reicht Ägypten die Hand Der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle hat Ägypten bei einem Besuch am Donnerstag grosszügige Unterstützung auf dem weiteren Weg zur Demokratie angeboten. Westerwelle kam knapp zwei Wochen nach dem Sturz von Husni Mubarak unter anderem mit Aussenminister Ahmed Abul Gheit, Übergangs- Ministerpräsident Ahmed Schafik sowie Verteidigungsminister Mohammed Tantawi zusammen. Tantawi, der als eigentlicher starker Mann des Landes gilt, versprach dabei nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen, dass das Militär die Macht «so schnell wie möglich» wieder abgeben wolle. Vorgesehen sind nun eine engere wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit, Unterstützung beim Aufbau der Zivilgesellschaft und einer unabhängigen Justiz, Bildungsangebote sowie Jugend- und Studentenaustauschprojekte.

12:17 Westliche Diplomaten entsetzt über verbale Entgleisungen von Gaddafi-Sohn Saif al- Islam war von ihnen bislang eher als moderate Kraft innerhalb des Regimes angesehen worden. Inzwischen haben jedoch auch sie den Eindruck gewonnen, dass er ähnlich gewissenlos ist wie sein Vater. Die Gaddafi-Tochter Aischa dementierte unterdessen im staatlichen Fernsehen Medienberichte, wonach sie versucht habe, sich mit einem Privatflugzeug nach Malta abzusetzen. Dort soll sie angeblich keine Landeerlaubnis erhalten haben.

12:14 Sohn von Gaddafi dementiert hohe Opferzahlen Gaddafis Sohn Al-Saadi erklärte in einem Telefoninterview mit der «Financial Times» (Donnerstag), 85 Prozent des Landes seien «sehr ruhig und sehr sicher». Sein Bruder Saif al-Islam arbeite derzeit an einer Verfassung für Libyen. Bis heute hat das nordafrikanische Land keine Verfassung. Sein Vater werde künftig als Berater einer neuen Regierung fungieren, sagte Al-Saadi, der sich bisher international vor allem als mittelmässiger Fussballer hervorgetan hatte. «Mein Vater wird bleiben als grosser Vater, der Ratschläge gibt.» Saif al-Islam selbst widersprach in der Nacht zum Donnerstag im libyschen Radio Berichten über Angriffe der libyschen Luftwaffe auf Zivilisten. Seit Beginn der Unruhen seien einige wenige Menschen gestorben.

12:08 Unüberschaubares Chaos am Flughafen von Tripolis Am Flughafen in Tripolis warten nach wie vor tausende Ausländer auf eine Möglichkeit, auszureisen. Ein britischer Spezialflug, mit dem ein britischer Journalist geflogen ist, hat den Flughafen halb leer verlassen. Gemäss dem Reporter liegt das daran, dass viele nicht die richtigen Papiere bei sich haben. Ausserdem sei es schwierig, bei den überforderten libyschen Behörden die richtigen Stempel für die Ausreise zu bekommen.

11:59 Ehemaliger Justizminister erwartet Suizid von Gaddafi Der zurückgetretene Justizminister Mohamed Abdul al-Jeleil sagt im Interview mit der schwedischen Boulevard-Zeitung Expressen, dass er überzeugt sei, Gaddafi werde sich bald das Leben nehmen. Zudem vergleichte er ihn mit Hitler und sagte aus, er habe Beweise, dass Gaddafi den Befehl zum Luckerbie-Attentat gab (az berichtete). Gaddafi verfolgte lange Zeit die Vision eines Staats Afrika mit einheitlicher Währung, Pässen, Armee, den er selbst präsidieren wollte.

11:50 «Für die Schweiz ist das Libyen-Problem erledigt» Der ehemalige britische Botschafter in Tripolis, Oliver Miles, sagt im Interview mit dem «Tages-Anzeiger», für die Schweiz sei die Libyen-Affäre erledigt. Würde Gaddafi an der Macht bleiben, was er für unwahrscheinlich hält, hätte dieser weit grössere Probleme als die Schweiz, da zahlreiche Staaten Libyen mit schweren Sanktionen belegen würden. Würde es hingegen einen Regimewechsel geben, würde es die Leute nicht interessieren, was die Schweiz mit Gaddafis Sohn Hannibal angestellt hat, so der Botschafter.

11:28 Kämpfe in Al-Sawija südwestlich von Tripolis Umkämpft ist die Stadt Al-Sawija südwestlich der Hauptstadt Tripolis, wie Augenzeugen nach Angaben des Nachrichtensenders Al-Arabija berichteten. Libysche Truppen, die auf den Befehl Gaddafis hörten, hätten Al-Sawija angegriffen, hiess es. Ein ehemaliger libyscher Offizier aus Al-Sawija sagte dem Sender: «Es ist schwer, jetzt die vielen Toten und Verletzten in der Stadt zu zählen.» (sda)

11:20 Deutsche Marineschiffe vor Libyens Küste eingetroffen Das Versorgungsschiff «Berlin» und die Fregatten «Brandenburg» und «Rheinland-Pfalz» sind im Streifen zwischen Libyen und Malta eingetroffen. Mit an Bord sind 600 Soldaten. Noch nicht klar ist, ob die Schiffe bei der Evakuierung von Ausländern mithelfen werden.

Nächtliche Jagd auf Zivilisten in Libyen

11:14 Opposition erringt Kontrolle über Suara Offenbar haben die Regimegegner Militär und Söldnertruppen erfolgreich aus Suara vertrieben. Die Stadt liegt 120 Kilometer westlich von Tripolis. Augenzeugen berichten, in der Stadt seien bewaffnete Oppositionelle am patrouillieren, berichtet Spiegel Online.

11:10 Video zeigt nächtliche Gefechte in Libyen Ein auf der Videoplattform YouTube publiziertes Video zeigt Zivilisten, die sich unter Beschuss in Deckung bringen, über ihnen bersten die Scheiben eines Autos, hinter dem sie sich in Sicherheit gebracht haben. Der Ort ist unbekannt, die Authentizität des Videos lässt sich nicht überprüfen.

Britische Spezialeinheit in Afghanistan

Britische Spezialeinheit in Afghanistan

11:03 Mindestens 21 Staaten evakuieren ihre Bürger Mehr als 20 Staaten führen inzwischen mit Schiffen und Flugzeugen Evakuierungsmissionen durch. Die Türkei beschreibt ihre Anstrengungen als die grösste türkische Evakuierungsmission in der Geschichte des Landes.

10:52 Grossbritannien sendet möglicherweise Spezialeinheiten nach Libyen Ein Krisenausschuss beratet derzeit darüber, ob zur Evakuierung der 170 noch in Libyen festsitzenden Briten Spezialeinheiten in das Land geschickt werden sollen, so Aussenminister William Hague. Die meisten von ihnen haben im Land für Ölfirmen gearbeitet und sitzen jetzt in improvisierten Camps in der Wüste fest. Grossbritannien verfügt über mehrere gut ausgebildete Spezialeinheiten die weltweit operieren.

Diese Männer wurden hingerichtet, weil sie sich gegen das Gaddafi-Regime gestellt haben.

Drastische Bilder im Staatsfernsehen

Diese Männer wurden hingerichtet, weil sie sich gegen das Gaddafi-Regime gestellt haben.

10:49 Schreckliche Bilder von hingerichteten Gaddafigegnern Das libysche Staatsfernsehen sendet Bilder von gefassten Regimegegnern, die gefesselt hingerichtet wurden, weil sie «versuchten, das libysche Regime zu stürzen». Einige der am Boden liegenden Männer bewegen sich noch. Anschliessend wurden die Oppositionellen dazu aufgefordert, gestohlene Waffen zurückzubringen.

Wasel demonstriert alleine: «Ich weiss nicht, ob meine Familie noch lebt»

«Ich weiss nicht, ob meine Familie noch lebt»

10:33 Sommaruga: Schweiz in Flüchtlingsfrage «elementar betroffen» Bundesrätin Simonetta Sommaruga tauscht sich mit den EU-Innenministern über den befürchteten Flüchtlingsstrom aus Nordafrika aus. Wie viele Flüchtlinge kommen könnten, ist unklar. «Wir sollten nicht auf Panik machen, aber uns informieren.» In der Schweiz werde mit verschiedenen Szenarien gearbeitet.

Italiens Aussenminister spricht von «bis zu 300'000 möglichen Flüchtlingen». Diese Zahl wird bei der EU-Kommission als «rein spekulativ» bezeichnet. Die Flüchtlinge sollen gleichmässiger auf die Staaten verteilt werden, sollte es zu einem Massenexodus kommen. Länder wie Italien, Malta und Spanien pochen auf die Solidarität unter den EU-Staaten. Dagegen gibt es Länder wie Deutschland, Österreich oder Schweden, die keinen Anlass dazu sehen.

10:25 Einsamer Demonstrant in Bern Der Libyer Wasel E. zieht alleine durch die Strassen von Bern, mit einem Schild, auf dem «Stop Gaddafi» steht. Mit einem Megafon singt er ein libysches Lied. Er kann seine Eltern und Freunde in Libyen nicht mehr erreichen, weil es keine Kommunikation mehr gibt. Deshalb weiss er nicht, ob sie noch leben.

Situation in Libyen

Situation in Libyen

10:19 Karte von Oppositionellen zeigt Machtverhältnisse in Libyen Eine von einem Aktivisten erstellte Karte zeigt, welche Städte unter welcher Kontrolle sind. Die Flugzeuge symbolisieren Söldnerlager. Die Karte lässt sich nur teilweise verifizieren.

Screenshot des libyschen Staatsfernsehens.

Screenshot des libyschen Staatsfernsehens

Screenshot des libyschen Staatsfernsehens.

09:57 Putzkräfte säubern Strassen von Tripolis Gemäss dem Twitter-Nutzer ShababLibya, offenbar einer libyschen Jugendorganisation, sind in den Strassen von Tripolis rund 2000 Putzkräfte unterwegs, die die Stadt aufräumen – Vorbereitungen für das mögliche Eintreffen ausländischer Reporter, mutmasst Spiegel Online.

Die Flagge des alten libyschen Königreichs weht nun auch vor der Botschaft in Bern.

Das Symbol der Opposition weht in Bern

Die Flagge des alten libyschen Königreichs weht nun auch vor der Botschaft in Bern.

Angebliche Aufstände auch in Nordkorea Die südkoreanische Zeitung Chosun Ilbo berichtet, dass es in der nordkoreanischen Stadt Sinuiju heftige Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräfte gegeben hat. Auslöser sei, so die Zeitung weiter, ein Polizist, der zuvor einen Markthändler bewusstlos geprügelt haben soll. Die Zeitung berichtet weiter, das Militär hätte eingegriffen. So soll eine Sondereinheit aufgestellt worden sein, die Aufstände wie sie in der arabischen Welt vorkommen, verhindern soll.

Libysche Regierung fordert Gegner zur Abgabe von Waffen auf Die libysche Regierung hat ihre Gegner am Donnerstag zur Abgabe ihrer Waffen aufgefordert. Zugleich rief das Volkskomitee für die Allgemeine Sicherheit in einer Erklärung, die im libyschen Staatsfernsehen verlesenen wurde, zur Denunziation von Anführern der Proteste auf. Wer seine Waffen abgebe und Reue zeige, werde straffrei bleiben. Diejenigen, die Informationen über Anführer der Proteste, deren Geldgeber oder Unterstützer lieferten, würden grosszügig mit Geld belohnt, hiess es. (sda)

Auch Berns Botschaft auf Seite der Opposition In der libyschen Botschaft in Bern wurde am Mittwoch die Flagge des alten Königreiches gehisst, wie «10vor10» berichtet. Sie ist Symbol der Opposition.

04:10 Obama fordert Ende der Gewalt in Libyen aber keine Sanktionen "Diese Gewalt verletzt internationale Normen und jedes normale Mass an Anstand. Diese Gewalt muss aufhören", sagte er in Washington. Einen Rücktritt Gaddafis forderte Obama allerdings wie zuvor schon Aussenministerin Hillary Clinton nicht ausdrücklich. Auch das Wort Sanktionen nahm der Präsident nicht in den Mund. Die USA würden alle zur Verfügung stehenden Optionen gegen Libyen prüfen. "Es ist zwingend notwendig, dass die Nationen und Völker der Welt mit einer Stimme sprechen", sagte Obama. Ausdrücklich verwies er auf den UNO-Sicherheitsrat.

Auch der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle forderte bei einem Besuch in Kairo ein geschlossenes Vorgehen der Europäischen Union gegen Libyen. Diese kann sich aber ebenfalls nicht zu Sanktionen gegen Gaddafi durchringen. Italien blockiert anscheinend die Vorstösse von Deutschland und Frankreich - zu gross ist die Angst vor einem neuen Flüchtlingsstrom. (sda)

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