Nemmouche droht eine lebenslange Haftstrafe, das Strafmass soll in den kommenden Tagen verkündet werden. Er starrte während des Schuldspruchs vor sich hin und zeigte keinerlei Emotion.

Die zwölf Geschworenen hatten in Anwesenheit des Vorsitzenden und zweier weiterer Richter mehr als zwei Tage im Geheimen in einem Brüsseler Hotelzimmer über ihre Entscheidung beraten.

Die Geschworenen befanden zudem den 30-jährigen Franzosen Nacer Bendrer für schuldig, die Waffen für das Attentat geliefert zu haben. Beide Männer telefonierten im April 2014 dutzende Male miteinander.

Anwälte sehen Geheimdienst-Falle

Nemmouches Anwälte bauten ihre Verteidigungsstrategie im Laufe des achtwöchigen Gerichtsverfahrens auf der These auf, dass ihrem Mandanten eine "Falle" gestellt worden sei. Demnach soll Nemmouche von iranischen oder libanesischen Geheimdienstagenten in "eine gezielte Hinrichtung von Mossad-Agenten" hineingezogen worden sein. Die Ermittler sehen dafür jedoch keinerlei Belege.

Der Dschihadist war sechs Tage nach dem Anschlag in Marseille im Besitz der Tatwaffen festgenommen worden. Im Ganzen sammelte die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben 23 Beweisstücke gegen Nemmouche, darunter eine Jacke mit Schmauchspuren.

Erster Anschlag von IS-Rückkehrer

In Frankreich steht der 33-Jährige im Zusammenhang mit der mehr als zehnmonatigen Entführung von vier französischen Journalisten in Syrien unter Anklage. Vor dem Anschlag in Brüssel soll er in Syrien an der Seite islamistischer Extremisten gekämpft haben.

Zwei der vier entführten Journalisten sagten in Brüssel aus, Nemmouche als Gefängniswächter und Folterer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) identifiziert zu haben.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der Anschlag auf das jüdische Museum in Brüssel der erste, der auf europäischem Boden von einem aus Syrien zurückgekehrten Dschihadisten ausgeführt wurde.