Sie weiss, wovon sie spricht. Nun «müssen wir zusammenstehen» und «gemeinsam» den Mut aufbringen, parteipolitische Differenzen zu überwinden und das Waffenproblem zu lösen, mit dem sich Amerika konfrontiert sehe. Dies schrieb die ehemalige Parlamentsabgeordnete Gabrielle Giffords in einem Meinungsbeitrag für die «Washington Post», mit der sie am Donnerstag auf den Angriff auf republikanische Politiker in einem Vorort von Washington reagierte. Giffords war im Januar 2011 bei einem Anschlag in Tucson (Arizona) schwer verletzt worden, als ein junger Mann während einer politischen Veranstaltung insgesamt sechs Menschen tötete. Seither setzt sich die Demokratin für eine Verschärfung der Waffengesetze und eine Verbesserung des politischen Gesprächsklimas ein. Bisher aber blieb sie weitgehend erfolglos.

Nun hat zumindest der Wunsch nach einer Deeskalation des politischen Dialogs in Washington wieder Hochkonjunktur – nachdem der 66-jährige James Hodgkinson am Mittwoch im Vorort Alexandria (Virginia) auf eine Gruppe republikanischer Politiker geschossen und vier Menschen verletzt hatte. Demokraten wie Republikaner zeigten sich tief verstört über den Anschlag auf die rechten Parlamentarier, die auf einem Sportplatz für ein gemeinnütziges Baseball-Spiel trainierten. Parteiübergreifend hiess es in ersten Reaktionen, dass der Zwischenfall zeige, wie schlecht es um das Gesprächsklima im Land stehe. Spätestens seit dem Wahlkampf sei eine Zunahme der Drohungen gegen hochrangige Politiker zu beobachten, und so könne es nicht weitergehen.

Derweil kämpfte Steve Scalise, die Nummer drei in der Führungsriege des Repräsentantenhauses, in einem Spital in Washington weiter um sein Leben. Scalise war durch Hodgkinson angeschossen worden und hatte viel Blut verloren und innere Blutungen erlitten.