Kanada

Schmiergeldaffäre: Kanadas Premierminister Trudeau gerät arg in Bedrängnis

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau zeigt sich optimistisch, doch er hat grosse Probleme. Wegen Ermittlungen um die  mutmassliche Unterdrückung einer Korruptionsaffäre hat er bereits die zweite Regierungsministerin verloren. (Foto: Ryan Remiorz / AP Keystone)

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau zeigt sich optimistisch, doch er hat grosse Probleme. Wegen Ermittlungen um die mutmassliche Unterdrückung einer Korruptionsaffäre hat er bereits die zweite Regierungsministerin verloren. (Foto: Ryan Remiorz / AP Keystone)

In der Korruptions- und Schmiergeldaffäre um mutmasslich unterdrückte Ermittlungen gegen eine Ingenieurfirma hat Kanadas Premierminister Justin Trudeau ein weiteres Kabinettsmitglied verloren.

Jane Philpott, die die Finanzen der Regierung übersah, reichte am Montag (Ortszeit) ihren Rücktritt ein. Sie könne das Vorgehen der Regierung nicht mehr verteidigen, teilte sie auf Twitter mit.

Hintergrund sind Vorwürfe, dass Ermittlungen der früheren Justizministerin Jody Wilson-Raybould gegen die Ingenieurfirma SNC-Lavalin wegen Korruption und Schmiergeldzahlungen unterdrückt worden sein sollen.

Dem Unternehmen mit Sitz in Montreal wird vorgeworfen, zwischen 2001 und 2011 Schmiergeld in Höhe von umgerechnet 31 Millionen Euro an die Familie des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi gezahlt zu haben.

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Im Fall eines Schuldspruchs dürfte der Ingenieurs- und Bauriese mit weltweit 50'000 Mitarbeitern über zehn Jahre bei keinen öffentlichen Projekten etwa in den Bereichen Bergbau, Transport und Infrastruktur mehr mitbieten.

Druck und unterschwellige Drohungen

Im vergangenen Februar sagte die frühere kanadische Justizministerin und Generalstaatsanwältin Jody Wilson-Raybould vor einem Parlamentsausschuss aus, Trudeau und sein Umfeld hätten Druck auf sie ausgeübt, damit der Fall nicht vor Gericht komme. Es habe sogar unterschwellige "Drohungen" gegeben.

Wilson-Raybould weigerte sich, Einfluss auf die Ermittlungen zu nehmen, wurde im vergangenen Januar an die Spitze des Veteranenministeriums versetzt und trat schliesslich im Februar zurück. Wenige Tage später trat auch Trudeaus langjähriger Freund und Berater Gerry Butts zurück.

Der Regierungschef hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Die Opposition verlangt seinen Rücktritt.

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