Sunniten: Die grösste Glaubensgemeinschaft im Islam bilden die Sunniten. Sie sind in fast allen Ländern in der Mehrheit. Ausnahmen bilden Iran, Irak, Libanon, Aserbaidschan, Bahrain, Oman.

Sunniten sind auch die Wahhabiten (siehe Erklärung weiter unten), eine radikalkonservative dogmatische Richtung des sunnitischen Islams. Die Sunniten waren seit jeher in der Mehrzahl und haben einen Führungsanspruch in der islamischen Welt.

Die zweitgrösste Glaubensrichtung besteht aus den Schiiten.

Schiiten: Diese Konfession entsprang ursprünglich durch die Frage, wer die Muslime leiten soll. Erst später bildeten sich auch theologische Unterschiede heraus. Die Schiiten betrachten den Schwiegersohn und Vetter des Propheten Mohammed als dessen designierten Nachfolger und als ihren ersten Imam. Ihrem Glauben nach kann die Prophetennachfolge nur von einem Nachfahren Alis bzw. einem Imam erfolgen, da er für sie als einziger göttlich legitimiert ist. Die Schiiten stellen je nach Quelle zwischen 10 und 25 Prozent der Moslems.

Im Iran und dem Irak leben am meisten Schiiten. Im Irak existiert allerdings eine grosse sunnitische Minderheit (etwa die Kurden). In den anderen grossen Ländern spielen die Schiiten keine grosse Rolle. Teilweise werden sie auch unterdrückt, wie etwa in Saudi-Arabien. Im Libanon stellen die Schiiten mit der Hisbollah eine starke paramilitärische Organisation.

Aleviten: Aleviten werden ihrem Ursprung nach den Schiiten zugeordnet. Die Kerngebiete der Aleviten liegen in der Türkei und in den einigen Balkangebieten. Heute sind Aleviten durch Emigration von Türken auch in Europa und Nordamerika verbreitet.

Wahhabiten: Wahhabiten sind Anhänger einer konservativen und dogmatischen Richtung des sunnitischen Islams. Die Bewegung nehmen für sich in Anspruch, die islamische Lehre authentisch zu vertreten. Der Wahabismus wendet sich gegen viele Formen des Volksglaubens, etwa die Verehrung von Heiligen, Wallfahrten zu Gräbern oder die jährliche Feier des Geburtstags des Propheten. Die meisten Wahhabiten leben in Saudi-Arabien. Sie stellen dort die grösste religiöse Gruppe in der Bevölkerung dar, und ihre Lehre ist Staatsreligion. Der saudische Staat fördert den Wahabismus in vielen Teilen der Welt.

Kopten: Ursprünglich bezeichnete der Ausdruck einfach Einwohner Alexandriens und Ägyptens, die Ägyptisch sprachen. Seit der zunehmenden Islamisierung Ägyptens wird der Begriff für Christen der koptischen Kirchen verwendet. (cbk)