Der saudische Staatsanwalt soll seinen türkischen Kollegen treffen, der die Tötung des kritischen saudischen Journalisten Jamal Khashoggi im Istanbuler Konsulat des Königreichs untersucht. Das sagte Erdogan bei einer Versammlung seiner Regierungspartei AKP am Freitag in Ankara.

Einen Namen oder den genauen Titel des Besuchers nannte Erdogan nicht. Er betonte aber erneut, Khashoggis Tod sei "kein banaler Fall" und mahnte, Saudi-Arabien müsse klären, wer den Befehl für die Tat gegeben habe.

Russland hat keinen Zweifel an der Darstellung Saudi-Arabiens zum Tod des Regierungskritikers. Niemand sollte irgendwelche Gründe haben, den offiziellen Aussagen des saudischen Königs Salman nicht zu glauben, sagte Regierungssprecher Dmitri Peskow am Freitag in Moskau. 

Riad verurteilt Tat

"Der Rest ist eine Frage der Ermittlungen." Riad habe die Tat verurteilt und eine Untersuchung zu dem Vorfall angekündigt. "Das begrüssen wir."

Der Regierungskritiker Khashoggi war Anfang Oktober in das Konsulat gegangen, um dort Papiere für seine geplante Hochzeit abzuholen. Danach verschwand er. Türkische Regierungsvertreter hatten anonym über Medien Schilderungen lanciert, wonach Khashoggi von einem eigens aus Saudi-Arabien angereisten Spezialkommando verhört, gefoltert und ermordet worden war.

Zunächst hatte Saudi-Arabien die Beschuldigung zurückgewiesen. Nach massivem internationalen Druck erklärte Riad dann, Khashoggi sei im Konsulat versehentlich bei einer Schlägerei getötet worden. Am Donnerstag folgte erneut eine Kehrtwende: Die Verdächtigen in dem Fall hätten mit Vorsatz gehandelt, teilte die Generalstaatsanwaltschaft des Königreichs mit.

Khashoggi hatte zuletzt im US-Exil gelebt und schrieb dort auch für die "Washington Post". Deshalb und weil Saudi-Arabien ein wichtiger Verbündeter der US-Regierung von Präsident Donald Trump ist, wurden auch die Vereinigten Staaten in den Fall hineingezogen. Inzwischen hat sich die Affäre zu einem Skandal internationalen Ausmasses ausgewachsen.