Salman warf am Donnerstagabend zum Auftakt eines Krisengipfels des Golf-Kooperationsrates (GCC) in Mekka dem Iran vor, Terror zu unterstützen und seinen Einfluss ausweiten zu wollen. Saudi-Arabien habe immer seine Hand zum Frieden ausgestreckt.

Direkt im Anschluss an das GCC-Treffen ist ein Gipfel der Arabischen Liga geplant, bei dem ebenfalls über den Iran gesprochen werden soll. Beide Gipfel gelten als Versuch des sunnitischen Saudi-Arabien, die Region im Konflikt mit dem schiitischen Erzrivalen Iran um sich zu scharen. Dem GCC gehören sechs Staaten der Arabischen Halbinsel an. Die Arabische Liga zählt mehr als 20 Mitglieder aus der Region. Beide Organisationen werden von Saudi-Arabien dominiert.

Staatsminister: Wir wollen keinen Krieg

Der saudische Staatsminister für Auswärtiges, Adel al-Dschubair, hatte vor Beginn der Gipfel der arabischen Tageszeitung "Al-Sharq al-Awsat" gesagt, Ziel der beiden Treffen sei es, die iranische Politik in der Region zu verurteilen. In einem Interview mit dem britischen Sender BBC beteuerte er zugleich, Saudi-Arabien wolle keinen Krieg mit dem Iran. Allerdings müsse sich Iran zügeln, wenn die Rückkehr zur Normalität gelingen sollte.

Saudi-Arabien hatte mit seinem Verbündeten USA in den vergangenen Wochen den Ton gegenüber dem Nachbarn deutlich verschärft und damit Sorgen vor einem Krieg geweckt. Das Königreich wirft dem Iran vor, in der Region Unruhe zu stiften, und macht ihn für zahlreiche Angriffe verantwortlich. Dazu zählen auch Sabotageakte gegen vier Handelsschiffe vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). In regionalen Konflikten wie in Syrien oder im Jemen stehen die beiden auf unterschiedlichen Seiten.