Menschenrechte

Saudi-Araberin kommt ihrer Hochzeit mit Geliebtem im Jemen näher

Traum von der Heirat: Huda al-Niran im Jemen (Archiv)

Traum von der Heirat: Huda al-Niran im Jemen (Archiv)

Eine junge Saudi-Araberin ist ihrem Traum von einer Heirat mit ihrem jemenitischen Geliebten einen grossen Schritt näher gekommen: Ein Gericht in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa ordnete am Dienstag die Freilassung der 22-jährigen Huda al-Niran an.

Es gab die Frau für drei Monate in die Obhut des UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR). In der Zeit dürfte über ihren Antrag auf Anerkennung als Flüchtling entschieden werden - erhält sie grünes Licht, kann sie voraussichtlich im Jemen bleiben und ihren Geliebten heiraten.

Die Liebesgeschichte, die in ihrer Dramatik an Shakespeares Tragödie "Romeo und Julia" erinnert, sorgt in den beiden erzkonservativen Ländern seit Tagen für Aufsehen. Seit Sonntag musste sich die 22-Jährige wegen illegaler Einreise vor Gericht verantworten, nachdem sie gegen den Willen ihrer Familie über die Grenze zu ihrem Geliebten gereist war, dem 25-jährigen Arafat Mohammed Tahar.

Am Montag hatte sich das Gericht zunächst auf den 1. Dezember vertagt, das Verfahren dann jedoch auf Antrag von al-Nirans Anwalt wieder aufgenommen. Dieser hatte Sorge, die junge Frau könnte im Gefängnis ermordet werden.

Freund ebenfalls freigelassen

Auch ihren wegen Beihilfe angeklagten Freund liessen die Richter nun frei. Zudem wiesen sie einen Antrag der saudiarabischen Botschaft zurück, die junge Frau in ihre Heimat abzuschieben.

Laut ihrem Anwalt, der ihr von der Nichtregierungsorganisation Hood gestellt wurde, wurde die jemenitische Regierung von Saudi-Arabien unter Druck gesetzt, al-Niran zu ihrer Familie zurückzubringen.

Der aussergewöhnliche Mut der jungen Saudi-Araberin löste im Jemen eine Welle der Solidarität aus. Zu dem Prozess versammelte sich eine Gruppe von Anhängern vor dem Gerichtsgebäude und forderte ihre Freilassung.

Ein jemenitischer Stammesfürst bot dem Paar eine Wohnung in einem Nobelviertel von Sanaa, während ein lokales Unternehmen ihnen die passende Einrichtung spenden will.

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