Frankreich

Sarkozy: «Bis morgen, pädophile Freunde»

Hat sich kräftig im Ton vergriffen: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy (Archiv)

Hat sich kräftig im Ton vergriffen: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy (Archiv)

Verdächtigungen zu seiner möglichen Verwicklung in die Karachi-Affäre um ein U-Boot-Geschäft mit Pakistan haben Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy sichtlich verärgert. Dies führte zu beleidigenden Bemerkungen Sarkozys gegenüber Medienleuten.

Auf Fragen von Journalisten nach seiner Rolle in der Schmiergeld-Affäre reagierte Sarkozy vergangene Woche am Rande des NATO-Gipfels ausfallend: "Und Sie? Ich habe nichts gegen Sie. Es scheint aber, als seien Sie pädophil. Wer mir das gesagt hat? Ich habe die innere Überzeugung (...) Können Sie sich rechtfertigen?", griff er einen Journalisten wegen dessen angeblich ungerechtfertigter Verdächtigungen an.

Wie am Dienstag weiter bekannt wurde, verabschiedete sich der Präsident von der Presse mit den Worten: "Bis morgen, pädophile Freunde."

Im Zusammenhang mit dem U-Boot-Geschäft in den 90er Jahren sollen aus Frankreich Schmiergelder in Millionenhöhe für Waffengeschäfte nach Pakistan gezahlt und teils als verdeckte Kommissionen zurückgeflossen sein.

Mit den illegalen Geldern soll womöglich der Wahlkampf von Präsidentschaftskandidat Edouard Balladur mitfinanziert worden sein. Sarkozy war Mitte der 90er Jahre Budgetminister und Sprecher das Wahlkampfes von Balladur.

Ein 2002 in Karachi verübtes Attentat, bei dem elf Franzosen starben, könnte eine Reaktion auf ein Ende des Geldflusses gewesen sein. Jacques Chirac hatte die Zahlungen nach seiner Wahl zum Präsidenten 1995 einstellen lassen.

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