Dies sagte Präsident Waldimir Putin am Dienstag bei einem im Fernsehen übertragenen Treffen im Verteidigungsministerium. Russland engagiere sich in dieser Zukunftsregion wieder stark und müsse daher alles daran setzen, "um seine Sicherheit zu gewährleisten und seine nationalen Interessen zu verteidigen".

Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu entgegnete, dass Putins Anordnungen strikt befolgt und zeitnah, nämlich im kommenden Jahr, umgesetzt würden.

Konkret geht es unter anderem um Arbeiten an der Luftwaffenbasis in Seweromorsk an der Barentssee sowie um die Wiederinbetriebnahme des Militärflughafens in Tiksi im Nordpolarmeer. Zudem soll eine Basis aus Sowjetzeiten auf den Neusibirischen Inseln wieder instandgesetzt werden.

Neue Gebietsansprüche Kanadas

Am Montag war bekannt geworden, dass Kanada sich mit neuen Gebietsansprüchen an die UNO gewandt hatte. Aussenminister John Baird hatte am Montag gesagt, dass Beamte und Wissenschaftler mit weiteren Arbeiten beauftragt worden seien, "um sicherzustellen, dass der Anspruch Kanadas das ganze Ausmass der Kontinentalplatte bis zum Nordpol umfasst".

Die kanadische Regierung beruft sich auf den sogenannten Lomonossow-Rücken, eine Landverbindung unter dem Meer. Sie reichte in der vergangenen Woche bei der UNO-Kommission zur Begrenzung des Festlandsockels einen entsprechenden Antrag ein.

Ottawa begründet in dem Antrag gestützt auf neue Vermessungsergebnisse des Meeresbodens im Osten und Norden der Küste den Anspruch auf ein erweitertes Seegebiet. Der Antrag betrifft demnach vor allem den Atlantik, enthält aber auch vorläufige Informationen zum Nordpolarmeer.

Interesse steigt seit Schmelzen des Eises

Die regierenden Tories von Kanadas Ministerpräsident Stephen Harper wollen seit langem die Souveränität über Teile der Arktis und die angrenzenden Gewässer ausweiten. Das Interesse an dem Gebiet stieg stark, seit das Schmelzen des Eises wichtige Schifffahrtsrouten öffnete und die Ausbeutung bislang unzugänglicher Ressourcen ermöglicht.

In der Region werden rund 13 Prozent der bislang nicht entdeckten Erdölvorkommen und etwa 30 Prozent der noch unbekannten Gasvorkommen vermutet.

Russland hatte im Jahr 2007 für heftige Proteste gesorgt, als es zum Zeichen seines Anspruchs auf die Rohstoffvorkommen eine russische Flagge auf dem Grund des Ozeans hissen liess. Der Meeresgrund am Nordpol selbst gilt als wenig rohstoffreich, er ist jedoch von grosser symbolischer Bedeutung.