Der Verband sei wegen eines Unwetters in die neutralen Gewässer einer Seine-Bucht eingelaufen, hiess es. Der Schiffsverband werde geleitet vom Zerstörer "Seweromorsk", der auf den Kampf gegen U-Boote spezialisiert ist, teilte das russische Flottenkommando Nord nach Angaben der Nachrichtenagentur Ria Nowosti mit.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Kriegsschiffe seien am 20. November aus dem Hafen Murmansk nahe der Barentssee ausgelaufen. Am Freitag befanden sich die Schiffe laut Ria Nowosti in der Seine-Bucht.

Die russische Präsenz gilt als Antwort Russlands auf ähnliche Übungen der NATO im Osten Europas. Russland hält seit mehreren Wochen Militärmanöver mit verschiedenen Streitkräften weit ausserhalb seiner Landesgrenzen ab - auch mit Langstreckenbombern.

Die NATO hatte die Übungen als "ungewöhnlich" bezeichnet. Allerdings halten sich die russischen Streitkräfte in neutralen Gewässern oder im internationalen Luftraum auf.

Französische Marine: nicht ungewöhnlich

Die französische Marine erklärte hingegen, der Aufenthalt russischer Kriegsschiffe im Ärmelkanal sei nicht ungewöhnlich. "Sie halten kein Manöver ab", sagte ein Sprecher. "Sie warten einfach nur in einem Gebiet, wo sie sich manchmal mehrmals im Jahr aufhalten."

Auch in deutschen Marine-Kreisen hiess es: "Das ist überhaupt nichts Besonderes und auch keine Provokation, sondern ein ganz normales Verfahren." Der russische Verband sei durch den Ärmelkanal unterwegs in den Nordostatlantik und halte während der Fahrt Übungen ab. Dies sei durchaus üblich und etwas anderes als ein Manöver, das einen grösseren Umfang hätte.

NATO-Manöver im Schwarzen Meer

Auch NATO-Staaten hatten zuletzt zum Ärger Russlands im Osten Europas immer wieder Manöver abgehalten, darunter auch in der Ukraine. US-Kriegsschiffe hatten sich wiederholt im Schwarzen Meer und damit auch in der Nähe Russlands aufgehalten. Moskau kritisierte, dass die Schiffe sich dort länger als zulässig aufgehalten hätten.

Der russische Präsident Wladimir Putin erinnerte zuletzt daran, dass sich Moskau zu Zeiten des Kalten Krieges vor allem mit militärischen Drohgebärden Gehör und Respekt habe verschaffen können.

Mitte November hatte die russische Marine auch Kriegsschiffe vor die Küste Australiens verlegt. Auf dem Kontinent hatte Putin am Gipfel der 20 führenden Industrienationen und Schwellenländer (G20) teilgenommen.