Luftangriffe

Russische Kampfjets töten rund 180 IS-Kämpfer und Söldner in Syrien

Mindestens 180 Kämpfer sollen in Syrien bei russischen Luftangriffen umgekommen sein. Im Bild: Zwei russische Su-27-Kampfjets bei einer Flugshow ausserhalb von Moskau. (Archivbild)

Mindestens 180 Kämpfer sollen in Syrien bei russischen Luftangriffen umgekommen sein. Im Bild: Zwei russische Su-27-Kampfjets bei einer Flugshow ausserhalb von Moskau. (Archivbild)

Bei einer Serie von Luftangriffen haben die russischen Streitkräfte nach eigenen Angaben mindestens 180 Kämpfer in Syrien getötet. Etwa 120 Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und mehr als 60 «ausländische Söldner» seien binnen 24 Stunden im Osten Syriens getötet worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Samstag mit.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, bei der Zerstörung eines Kommandopostens der "Terroristen" nahe der Stadt Majadin in der ostsyrischen Provinz Deir Essor seien bis zu 80 IS-Kämpfer getötet worden, darunter neun aus dem Nordkaukasus stammende Männer. Bei Abu Kamal nahe der irakischen Grenze seien etwa 40 weitere IS-Kämpfer getötet worden.

Bei einem weiteren Luftangriff südlich der Provinzhauptstadt Deir Essor wurden nach russischen Angaben 60 "ausländische Söldner" getötet. Unter ihnen seien neben Kämpfern aus ehemaligen Sowjet-Republiken auch solche aus Tunesien und Ägypten gewesen.

Moskau gab zudem den Tod dreier ranghoher IS-Kommandanten nach einem Luftangriff auf Abu Kamal vor mehreren Tagen bekannt. Unter ihnen sei auch IS-Militärchef Omar al-Schischani (Omar, der Tschetschene) gewesen, hiess es überraschenderweise - denn sowohl die US-Armee als auch der IS hatten dessen Tod bereits im vergangenen Jahr verkündet.

Eine der letzten IS-Hochburgen

Das 420 Kilometer östlich der Hauptstadt Damaskus in der Provinz Deir Essor gelegene Majadin wurde 2014 vom IS eingenommen. Es gilt als eine der letzten Hochburgen des IS in Syrien.

Am Freitag waren syrische Regierungstruppen nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in den Ort vorgerückt. Die Angaben der in Grossbritannien ansässigen Beobachtungsstelle stammen von Informanten in Syrien und können von unabhängiger Seite kaum überprüft werden.

Neue Offensive auf Idlib

Unterdessen starteten syrische Rebellen eine neue Offensive in der nordwestsyrischen Provinz Idlib, wie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bei einer im Fernsehen übertragenen Rede in der westtürkischen Stadt Afyon sagte. Vor Reportern sagte Erdogan später, die Offensive werde von der Freien Syrischen Armee (FSA) geführt. Die türkischen Truppen seien "noch nicht dort", wurde er von der Nachrichtenagentur Dogan zitiert.

Seit Wochen gibt es Gerüchte über eine bevorstehende Offensive in Idlib, das in weiten Teilen von dem Dschihadistenbündnis Hajat Tahrir al-Scham kontrolliert wird. Türkische Medien berichteten über die Verlagerung von schweren Waffen und Truppen in die Grenzregion im Süden der Türkei.

Laut der Syrischen Beobachtungsstelle wurden am Freitag und am Samstag bei Luftangriffen auf Chan Scheichun in Idlib mindestens 13 Zivilisten getötet. Wie die Organisation mitteilte, waren vier Kinder unter den Opfern. Vermutlich habe die syrische Luftwaffe die Stadt bombardiert.

Die Türkei, Russland und der Iran hatten die Schaffung von vier sogenannten Deeskalationszonen in Syrien vereinbart, in denen eine Waffenruhe zwischen Rebellen und Regierungstruppen gelten soll. Ausgenommen von der Waffenruhe sind Dschihadistengruppen.

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