In einem offiziellen Schreiben der sudanesischen Kommission für humanitäre Hilfe sei die Hilfsorganisation zuvor aufgefordert worden, ihre Arbeit auszusetzen. Zur Begründung habe die Behörde "technische Probleme" im Zusammenhang mit geplanten Hilfsprojekten angeführt.

Trotz der Anordnung sollen die 700 einheimischen und internationalen Kräfte des Roten Kreuzes weiter zur Arbeit gehen. In den kommenden Tagen seien Gespräche mit dem sudanesischen Aussenministerium geplant, kündigte Qureshi an. Ziel sei es, "unsere Aktivitäten zugunsten der Opfer des bewaffneten Konflikts so bald wie möglich wieder aufzunehmen".

Als neutrale Instanz vermittelte das IKRK unter anderem den Austausch von Gefangenen in der von Kämpfen erschütterten Krisenregion Darfur. Zudem seien im vergangenen Jahr 1,5 Millionen Menschen durch medizinische Betreuung, Essen, Saatgut, Werkzeug und Wasserpumpen unterstützt worden, erklärte Qureshi.

Im Jahr 2012 hatte der Sudan sieben ausländische Hilfsorganisationen aus dem ärmlichen Osten des Landes ausgewiesen. Drei Jahre zuvor waren 13 in Darfur tätigen Einrichtungen die Lizenzen entzogen worden, nachdem der Internationale Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag einen Haftbefehl gegen den Präsidenten Omar al-Baschir wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Darfur erlassen hatte.

Die Region ist seit Jahren Schauplatz von Kämpfen rivalisierender Stämme sowie zwischen Rebellen und Truppen der sudanesischen Regierung.