Elfenbeinküste

Rotes Kreuz meldet mindestens 800 Tote bei Massaker in Elfenbeinküste

Rauch über den Dächern von Abidjan, wo heftige Kämpfe toben

Rauch über den Dächern von Abidjan, wo heftige Kämpfe toben

Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Elfenbeinküste sind nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in der Stadt Duékoué an einem einzigen Tag mindestens 800 Menschen getötet worden. Das Blutbad ereignete sich laut IKRK am vergangenen Dienstag.

Dieses Ereignis sei durch seine Brutalität besonders schockierend, zitierte das IKRK in einem Communiqué vom Freitagabend seine Delegationschefin in der Elfenbeinküste, Dominique Liengme. Die Organisation verurteilte diese direkten Angriffe auf die Zivilbevölkerung.

Zehntausende von Frauen, Männer und Kinder seien seit Montag vor den Kämpfen und Plünderungen in der im Westen der Elfenbeinküste gelegenen Stadt Duékoué geflohen. Die verschiedenen Gemeinschaften in der Stadt und der umliegenden Region waren laut IKRK bereits früher mehrmals von Gewaltausbrüchen getroffen worden.

Delegierte des IKRK und des ivorischen Roten Kreuzes seien am Donnerstag und Freitag vor Ort gewesen, hätten die Bedürfnisse der Bevölkerung abgeklärt und Zeugenaussagen zu den Gewalttätigkeiten gesammelt. Dabei hätten sie selbst sehr viele Leichen gesehen.

In der Elfenbeinküste tobt seit Wochen ein blutiger Machtkampf zwischen dem gewählten Präsidenten Alassane Ouattara und dem im vergangenen November abgewählten Laurent Gbagbo. Hunderte Menschen wurden bereits getötet und Hunderttausende in die Flucht getrieben.

In den vergangenen Tagen hatten Truppen Ouattaras eine Offensive gestartet. Dabei eroberten sie nach zweitägigen Kämpfen unter anderem am Dienstag Duékoué. Derzeit kämpfen beide Seiten erbittert um die Wirtschaftsmetropole Abidjan.

Mittlerweile sollen die Anhänger Ouattaras etwa 80 Prozent des Landes kontrollieren. Experten erwarten, dass Gbagbos Regime innerhalb weniger Tage stürzen wird.

Der abgewählte Präsident des westafrikanischen Landes, Laurent Gbagbo, will allerdings nicht aufgeben, wie sein Sprecher Abdon Georges Bayeto sagte: "Der Präsident wird nicht zurücktreten."

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