In Guinea hatte in der vergangenen Woche eine Gruppe bewaffneter Männer eine Delegation aus Regierungsvertretern, Medizinern und Journalisten angegriffen und mindestens sieben Menschen getötet, darunter auch Helfer des Roten Kreuzes. Nach Augenzeugenberichten waren es sogar acht Tote.

Das Rote Kreuz rief Regierungen und Kommunen auf, die Helfer zu schützen. "Angriffe wie diese - hervorgerufen aus Frustration und Angst vor der Krankheit - sind nicht akzeptabel." Jede Aktion, die Hilfe erschwere, trage zur Verbreitung der Krankheit bei. In Orten, wo medizinische Hilfe nicht möglich sei, habe die Zahl der Ebola-Fälle zugenommen.

Die Hilfsdelegation war in der Region um Womey im Südosten Guineas unterwegs, um über die Gefahren durch das Virus zu informieren. Sechs Tatverdächtige wurden nach offiziellen Angaben festgenommen.

Zweiter Tag der Ausgangssperre

In Sierra Leone waren auch am zweiten Tag der dreitägigen Ausgangssperre viele Strassen nach Augenzeugenberichten leer. Nur Sicherheitspersonal war in allen grösseren Strassen positioniert.

Die einzigen Menschen, die sich im Land bewegen durften, waren 28'000 ehrenamtliche Helfer. Sie gingen von Tür zu Tür, um Ebola-Infizierte zu finden und 1,5 Millionen Stück Seife an die rund 6 Millionen Einwohner zu verteilen.

"Jedermann ist daheim und wartet darauf, dass das Medizinteam zu seinem Haus kommt", sagte die Helferin Rebecca Sesay in der Hauptstadt Freetown. "Die Menschen halten sich an den Aufruf der Regierung."

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen kritisierte die Massnahme. Sie könnte die Menschen dazu bewegen, mögliche Ebola-Kranke zu verstecken und zudem das Verhältnis zwischen Einwohnern und Medizinern weiter verschlechtern.

Vorausteams der Sondermission der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie sollen bereits am Montag nach Westafrika entsandt werden. Das kündigte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon in der Nacht auf Samstag in New York laut Mitteilung an. Die Sondermission soll noch in diesem Monat nach Westafrika geschickt werden.