Rotschlamm

Roter Giftschlamm erreicht die Donau

Roter Giftschlamm erreicht die Donau

Roter Giftschlamm erreicht die Donau

Ungarn Regierung erwägt, am Unglücksort neue Siedlungen für die Opfer zu bauen.

Der Giftschlamm aus dem geborstenen Abfallbecken in Westungarn hat am Donnerstag einen Donau-Seitenarm in Györ erreicht. Wenige Stunden zuvor war die rote laugenhaltige Brühe aus dem Fluss Marcal in den Donau-Nebenfluss Raab gelangt, berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI unter Berufung auf den Katastrophenschutz. Die ungarische Regierung erwägt, am Unglücksort neue Siedlungen für die Opfer der Schlammlawine zu bauen. Ihre Häuser wurden anfangs überschwemmt und sind jetzt durch die giftigen Rückstände verseucht.

Nach Einschätzung der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau (IKSD) wird aber der Zufluss der inzwischen stark verdünnten Brühe kaum Auswirkungen auf den zweitgrössten Fluss Europas haben. «Im Moment zeichnet sich die Situation so ab, dass es auf lokaler Ebene ein sehr grosser Unfall ist, es aber wenig internationale Auswirkungen haben wird», sagte IKSD-Chef Philip Weller.

«Anspruch auf EU-Fonds»

Ungarn will nach dem Unglück Hilfe von der Europäischen Union (EU) beantragen. «Für derartige Fälle hat die EU Fonds, und wir haben einen Anspruch darauf», erklärte der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban bei einem Besuch im besonders betroffenen Ort Kolontar. Der rechtskonservative Regierungschef zeigte sich dort von dem Ausmass der Katastrophe betroffen. «Hier kann man nicht mehr leben», sagte er in dem am meisten in Mitleidenschaft gezogenen Ortsteil. (dpa)

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1