Die Kommunisten bilden die zweitstärkste Fraktion im russischen Parlament. Teilnehmer hätten eine "Dämonisierung" von Stalin beklagt, berichtete der Radiosender Echo Moskwy. Menschenrechtler und die liberale Opposition fordern hingegen, Stalinismus offiziell als Verbrechen einzustufen. Der 1879 in Georgien geborene Stalin war am 5. März 1953 gestorben.

Vor dem früheren Sitz des gefürchteten Geheimdienstes KGB in Moskau versammelten sich zahlreiche Stalin-Kritiker. Die Kundgebung unter dem Motto "Topographie des Terrors" vor der heutigen Zentrale des Inlandsgeheimdienstes FSB erinnert auch an die Millionen Stalin-Opfer.

Die russische Gesellschaft ist gespalten im Umgang mit dem Diktator. Angesichts des Sieges über den Hitler-Faschismus 1945 wird der damalige Oberbefehlshaber in Teilen der Bevölkerung als Held verehrt.

Historiker betonen aber, dass Stalin für den Tod von Millionen von Menschen verantwortlich sei. Sie beklagen, dass Stalin in russischen Schulen vorrangig als "effektiver Manager" vermittelt werde. Der Kreml steht in der Kritik, wenig gegen Geschichtsklitterung zu tun.