Dies gabe der Sprecher von Präsidentin Rosa Otunbajewa am Donnerstag bekannt. Bei der ersten demokratischen Wahl am 10. Oktober hatte die Oppositionspartei Ata Schurt (Vaterland) knapp gewonnen. Der Wahlsieger erklärte sich zur Zusammenarbeit mit den Sozialdemokraten bereit. Das zentralasiatische Land an der Grenze zu China steckt in einer schweren Krise.

Zur Bildung einer stabilen Parlamentsmehrheit in der Hauptstadt Bischkek müssen mindestens drei der fünf gewählten Parteien eine Koalition bilden. Dafür haben sie nun 15 Tage Zeit.

Die am Volksaufstand im April beteiligten Sozialdemokraten unter Führung des früheren Regierungschefs Almasbek Atambajew hätten das historische Recht, das Land zu führen, sagte der Chef der linken Partei Ata Meken (Heimat), Omurbek Tekebajew. Daneben kommt die Partei Respublika des Öl-Unternehmers Omurbek Babanow als dritte Regierungskraft in Frage.

Der 54 Jahre alte Atmabajew war der einzige Kandidat, der im Wahlkampf von Russlands Regierungschef Wladimir Putin empfangen worden war. Moskau hat in der Ex-Sowjetrepublik Truppen stationiert und unterstützt das Land mit Millionenbeträgen.

Bei der ersten Parlamentssitzung am Dienstag hatten Hunderte Angehörige der im April von Bakijews Truppen getöteten Kirgisen davor gewarnt, dass Land in die Hände der Siegerpartei Ata Schurt zu geben. Die im Süden des gespaltenen Landes verankerte Vaterland-Partei besteht vorwiegend aus Beamten und früheren Gefolgsleuten Bakijews.

Ata Schurt hatte die Wahl wohl vor allem wegen der grossen Unzufriedenheit in der Bevölkerung gewonnen. Die Partei hatte nach den blutigen ethnischen Unruhen im Juni zwischen Kirgisen und Usbeken in den südlichen Regionen von Osch und Dschalal-Abad Frieden und wirtschaftlichen Fortschritt versprochen.

Kirgistan ist das erste Land in der sonst autoritär regierten Region Zentralasien, das eine parlamentarische Demokratie hat.