Die Regierung kündigte an, notfalls mit Gewalt zu reagieren und berief einen Krisenstab zur Benzin-Versorgung ein. Die Gewerkschaften kündigten ihrerseits für Dienstag eine weitere Ausweitung der Proteste an.

Unter dem Druck der Streiks sah sich Frankreich zur Einschränkung des Flugverkehrs gezwungen. Die Luftfahrtbehörde forderte die Fluggesellschaften auf, am Dienstag ihre Frankreich-Flüge drastisch zu reduzieren. Auf dem Flughafen Paris Orly solle die Hälfte der Verbindungen wegfallen, auf den anderen Flughäfen 30 Prozent.

Bahn- und Flugverkehr gestört

Die Fluggesellschaft Swiss muss am Dienstag insgesamt vier Flüge zwischen Zürich und Paris streichen, wie Airline-Sprecher Jean-Claude Donzel auf Anfrage sagte. Zudem werde mit Verspätungen für Flüge nach Spanien und Portugal gerechnet.

Am Montag konnten noch alle Swiss-Flieger nach Frankreich starten. Als Vorsichtsmassnahme wurden sie jedoch mit mehr Treibstoff betankt, um den Rückflug in jedem Fall sicherzustellen.

Weiterhin gestört ist auch der Bahnverkehr. Etwa jeder zweite innerfranzösische TGV fiel am Montag aus. Verschärft wurde die Lage durch einen Bahnstreik in Belgien gegen die Reform des Güterverkehrs.

Wie bereits in den vergangenen Tagen war auch der Bahnverkehr zwischen Frankreich und der Schweiz betroffen. Am morgigen Dienstag fallen laut Angaben der SBB erneut mehrere TGV-Verbindungen aus.

Immer mehr der landesweit 12 500 Tankstellen haben mit Versorgungsengpässen zu kämpfen. Die Arbeiter in allen zwölf Ölraffinerien Frankreichs setzten ihren Streik am Montag den siebten Tag in Folge fort. Die Gewerkschaften zeigten sich unnachgiebig.

Erstmals beteiligten sich am Montag auch zahlreiche Lastwagenfahrer an Blockadeaktionen. Bei Schülerprotesten in mehreren Städten des Landes kam es erneut zu Zusammenstössen zwischen Jugendlichen und der Polizei.