Japan-Ticker

Rauch über Reaktor 3 – Katastrophengebiet versinkt im Schnee

Gerettet: Dieses vier Monate alte Baby in Ishinomaki im Norden Japans. Hiroto Sekiguchi/keystone CORRECTS CITY AND SOURCE - A Japan Self-Defense CREDIT MANDATORY Gerettet: Dieses vier Monate alte Baby in Ishinomaki im Norden Japans. Hiroto Sekiguchi/keystone

Gerettet: Dieses vier Monate alte Baby in Ishinomaki im Norden Japans. Hiroto Sekiguchi/keystone CORRECTS CITY AND SOURCE - A Japan Self-Defense CREDIT MANDATORY Gerettet: Dieses vier Monate alte Baby in Ishinomaki im Norden Japans. Hiroto Sekiguchi/keystone

Jedes Mittel ist recht: Sogar die Polizei versucht mit einem Wasserwerfer ihren Beitrag zur Kühlung problematischer Reaktoren zu leisten. Derweil sind die Atomflüchtlinge wütend über die schlechte Versorgung. Es gibt nicht einmal genug zu essen.

17:12 Wind bläst atomare Partikel auf den Pazifik Das Wetter meint es weiterhin gut mit den Japanern. Noch immer weht der Wind in Richtung Osten und damit die Partikelfahne von Fukushima auf das offene Meer hinaus.

17:03 Neuer Rauch aus Reaktor 3 Laut Agentur Kyodo gibt es über dem Reaktor 3, von dem zuletzt Entwarnungsmeldungen kamen, neue Rauchentwicklungen. Genaueres ist zur Zeit nicht bekannt.

16:59 Tepco will weiteren Anlauf mit Helikopterflügen Für morgen Donnerstag plant die AKW-Betreiberin Tepco, zusammen mit dem Militär noch einmal einen Versuch zu unternehmen, um Kühlbecken aus der Luft mit Wasser aufzufüllen. Heute wurde ein erster Versuch im letzten Moment abgebrochen, als ein Helikopter, der zur Sicherheit mit Messgeräten vorausgeflogen ist, festgestellt hat, dass die Verstrahlung weit höher ist als von Tepco vor der Operation angegeben.

16:48 Tokio schliesst Parks und Zoos Um Tiere wie Bevölkerung besser vor Nachbeben schützen zu können, schliesst die Stadt bis auf weiteres ihre Zoos und Parks. Ausserdem soll so Strom gespart werden.

16:32 Austauschstudentin erfährt über YouTube, dass ihre Familie lebt Eine wunderbare Geschichte hat CNN ausfindig gemacht: Akiko Kosaka studiert gerade in Kalifornien, als der Tsunami ihre Heimatstadt, ein 17 000 Einwohner zählendes Fischerdorf, überrollt. Seitdem gilt die Hälfte aller Einwohner als vermisst. Unzählige Male versucht sie ihre Familie mit dem Telefon zu erreichen, doch das andere Ende der Leitung ist tot. Als sie schliesslich schon sämtliche Hoffnungen aufgegeben hat, erreicht sie das Email eines Freundes mit dem Link auf ein YouTube-Video: In dem hochgeladenen Fernsehbericht erkennt sie inmitten der Trümmerlandschaft als einziges noch stehendes Haus dasjenige ihrer Familie: Von einem Balkon aus schwenkt eine Frau ein Blatt Papier auf dem auf japanisch steht: «Uns geht es allen gut». Es ist ihre Schwester.

Austauschschülerin erfährt dank YouTube, dass ihre totgeglaubte Familie wohlauf ist

Austauschschülerin erfährt dank YouTube, dass ihre totgeglaubte Familie wohlauf ist

15:56 Katastrophengebiet versinkt im Schnee Rettungskräfte kämpfen sich mühsam durch die überflutete Einöde, in der vorige Woche noch Häuser und Fabriken standen. Sie suchen weiter nach Überlebenden, obwohl die Chancen mit jeder Minute sinken. Nach Medienberichten wurden zwar zwei Menschen gerettet, doch meistens ziehen die Soldaten und Freiwilligen Leichen unter den Trümmern hervor. «Der starke Verwesungsgeruch und das dreckige Meerwasser machen die Suche extrem schwierig», sagt Helfer Yin Guanghui. Als sei die Lage nicht schon schlimm genug liegen die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Die Feuerwehr hat ihre Arbeit eingestellt. Die Brandbekämpfer befürchten, wegen der starken Schneefälle nicht zur Feuerwache zurückkehren zu können. «Wir können gerade mal 40 Meter weit gucken», beschreibt ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes die Wetterlage. (sda)

15:54 Beängstigend ruhiges Tokio Knapp eine Woche nach der Katastrophe in Japan ist die sonst lärmende Millionenmetropole Tokio extrem ruhig. Die Strassen sind leer, viele Büros und Schulen geschlossen. «Es ist wie Sonntag», sagt der 62-jährige Taxifahrer Kazushi Arisawa: «Keine Autos weit und breit». Normalerweise findet er in den nahen Bürotürmen innerhalb weniger Minuten einen Kunden. Nun wartet er schon seit einer Stunde vergebens. (sda)

15:45 China spendet zehntausende Tonnen fossile Energien Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, dass China Japan 10 000 Tonnen Gas und weitere 10 000 Tonnen Schweröl spende. Mit den Energieträgern soll geholfen werden, die Energieengpässe Japans abzuschwächen. Gleichzeitig ist die US-Navy nach wie vor damit beschäftigt, tausende Tonnen Lebensmittel und weitere Utensilien des Grundbedarfs in die vom Tsunami schwer getroffenen Gebiete einzufliegen.

Angehörige der US Navy beladen einen Helikopter mit Hilfsgüter

Angehörige der US Navy beladen einen Helikopter mit Hilfsgüter

15:38 10 000 Vermisste in einer einzigen Stadt Der Bürgermeister von Ishinomaki, einer 160 000 Einwohner zählenden Stadt an der Nordostküste, berichtet nach Angaben der Agentur Kyodo von mehr als 10 000 Vermissten allein in seiner Stadt. Bisher geben die Behörden landesweit etwa 11 000 Personen als vermisst an. Die Stadt erlangte Aufmerksamkeit, als die Rettungskräfte drei Tage nach dem Tsunami ein drei Monate altes Baby lebend aus den Trümmern bergen konnten.

15:29 Reaktorkern in Block 3 offenbar intakt Lange Zeit gab es grosse Befürchtungen darum, dass der Kern von Reaktor 3 beschädigt sein könnte. Dieser Fall wäre sehr nahe am Worst-Case-Szenario. Nun lässt die Regierung ein wenig Aufatmen: Sprecher Yukio Edano berichtet, der Kern sei nicht beschädigt worden. Die häufigen Feuer, die sich im Innern des Reaktors immer wieder breit machen, werden offenbar von abgebrannten Brennstäben im Kühlbecken ausgelöst, das nicht ausreichend gekühlt werden kann. Daher auch der aufsteigende Dampf über dem Reaktor.

15:20 Japanische Firmen wollen normalen Lohn zahlen Unabhängig von der Schliessung von Produktionsstätten haben mehrere Firmen bekanntgegeben, ihren Mitarbeitern dennoch den vollen Lohn zahlen zu wollen. Unter ihnen sind Toyota, Sony, Sharp, Panasonic, Fujitsu und Fuji.

15:16 Regierung eröffnet englischsprachigen Twitterfeed Seit ein paar Minuten kann dem Büro des Premierministers auch auf englisch gefolgt werden: Zum Twitter-Account.

15:04 «Schlimmer als Tschernobyl» Der Chef Russlands Atombehörde spricht davon, die Situation in Japan laufe auf ein Worst-case-Szenario hinaus, berichtet die BBC. In dasselbe Horn stösst Frankreichs Umweltministerin Nathalie Kosciusko-Morizet. Sie spricht sogar davon, dass Fukushima schlimmer als Tschernobyl werden könnte.

14:40 Wasser in Reaktor 3 verdampft Den aktuell heikelsten Kampf führen die Arbeiter in Fukushima um die Brennstäbe in den Reaktoren 3 und 4. Nach neusten Berichten von Kyodo soll sich das Wasser in Reaktor 3 soweit erhitzt haben, dass es verdampft. Der dadurch aufsteigende Wasserdampf ist hoch radioaktiv.

14:36 Alle zehn Minuten Erdbeben Laut Atomexperte Jan Haverkamp von Greenpeace finden die Arbeiten um Fukushima I nicht nur wegen der hohen Radioaktivität unter schwersten Bedingungen statt: Zusätzliche Probleme bereiteten offenbar auch hunderte Nachbeben. Sie stören vor allem die Versuche, die zerstörten Strassen wieder in Stand zu setzen, um mit Feuerwehrfahrzeugen vorfahren zu können.

14:26 Gesundheitsministerium erhöht Grenzwerte für Fukushima-Arbeiter Kurzfristig hat das japanische Gesundheitsministerium die Grenzwerte für Arbeiter in Atomkraftwerken von 100 auf 250 Millisievert angehoben, um die 50 in Fukushima verbleibenden Arbeiter nicht abziehen zu müssen.

14:15 Russland will Tschernobyl-Veteranen entsenden Japan verweigert jedoch die Einreise, wie Spiegel Online aus Kreisen der russischen Atombehörde Rosatom erfahren haben will. Die Experten würden in der sibirischen Stadt Chabarowsk auf eine Einreisebewilligung warten. Sie mutmassen, Japan könnte zögern, weil es befürchtet, Russland dadurch zu tiefe Einblicke in seine Atomtechnologie zu geben.

14:13 China stoppt AKW-Pläne Sämtliche geplanten und sich in Bau befindenden Atomkraftwerke haben ihre Bewilligung bis auf weiteres verloren. Erst sollen die Sicherheitsstandards überprüft werden.

14:00 Angebliche Sondersitzung des Bundesrats Der Bundesrat soll eine ausserordentliche Sitzung zu Japan einberufen haben, munkelt die «Tagesschau».

13:35 Aktivisten lancieren Hilfeseite für Überlebende Das Wiki OLIVE liefert allerlei Informationen rund um das Leben im von Erdbeben, Tsunami und Atomkatastrophe gezeichneten Japan. Wie bei Wikis üblich, kann jeder, der einen Beitrag leisten will, mitarbeiten.

13:30 Thailand verteilt Jod-Tabletten an Tokio-Reisende Wie das thailändische Gesundheitsministerium bekanntgibt, verteilt es unentgeltlich an alle, die von Bangkok und Phuket nach Tokio reisen, Jod-Tabletten.

13:15 28 000 Menschen werden evakuiert Nachdem bereits 200 000 in der Nähe des Kernkraftwerks Fukushima I ihre Häuser verlassen und in Notfallzentren umziehen mussten, werden nun 28 000 weitere Menschen evakuiert. Der Gouverneur der Präfektur Fukushima bittet auf dem Fernsehsender NHK um «Verständnis für die Wut und die Besorgnis der Bürger Fukushimas». Noch immer seien die Notfallzentren nicht richtig versorgt, es fehle en Lebensmitteln und weiteren Utensilien.

13:12 Mehr als 4100 Tote Der neuste Polizeibericht zählt ausserdem mindestens 12 000 Vermisste, so der Fernsehsender NHK.

12:43 Polizei hilft bei Kühlung Mit einem Wasserwerfer unterstützt nun die Polizei die Bemühungen um Kühlung im Reaktor 4, berichtet Kyodo.

12:32 «Tokio ist sicher» Das japanische Rote Kreuz lässt verlauten, Tokio sei soweit sicher und Ausländer könnten problemlos für Reisen herkommen. Das Eidgenössiche Amt für auswärtige Angelegenheiten schreibt: «Das EDA rät von allen Reisen in den Nordosten Japans sowie in die Präfekturen Nagano und Niigata ab. Das EDA rät von Touristen- und anderen nicht dringenden Reisen ins übrige Japan ab.»

12:22 Experten beantworten Fragen der Bevölkerung am Telefon Das Bundesamt für Gesundheit hat eine Experten-Hotline für Fragen zu den Reaktorunfällen in Japan eingerichtet. Das Angebot wird ergänzt mit einem Katalog der häufigsten Fragen und Antworten auf der Internetseite des BAG. Sind gesundheitliche Konsequenzen in der Schweiz zu befürchten? Ist es sinnvoll, Jodtabletten einzunehmen? Auch wollten viele Menschen wissen, ob sie noch japanische Lebensmittel kaufen sollen. Momentan seien keine direkten gesundheitlichen Konsequenzen in der Schweiz zu erwarten, hiess es am Morgen auf der Internetseite des BAG. Deshalb gebe es auch keinen Grund, Jodtabletten einzunehmen. Im Notfall werde die Schweiz Jodtabletten an die Bevölkerung verteilen. Der telefonische Informationsdienst wird von geschultem Personal der Firma Medgate betrieben, wie ein BAG-Sprecher erklärte. Auf Deutsch wurde das Angebot am Mittwochmorgen gestartet, auf Französisch sollte die Hotline am Mittwochnachmittag in Betrieb gehen. (sda) Die Hotline ist erreichbar unter der Telefonnummer 031 322 97 28.

12:08 Experte fordert für Fukushima einen Sarkophag Ähnlich wie in Tschernobyl soll um die gesamte Anlage eine feste Hülle gebaut werden, so Kernkraft-Experte Christian Küppers gegenüber Spiegel Online.

Der Reaktor vier von Tschernobyl links nach dem Unglück 1986 und heute mit Schutzhülle.

Der Reaktor vier von Tschernobyl links nach dem Unglück 1986 und heute mit Schutzhülle.

11:53 Was, wenn in der Schweiz ein AKW explodiert? Das fragten sich die az-Journalisten Martin Rupf, Katja Landolt und Angelo Zambelli. Allein im Aargau ist mit 106 Gemeinden fast jede zweite weniger als 20 Kilometer von einem Atomkraftwerk entfernt. Was im Ernstfall geschieht, können Sie hier nachlesen.

11:42 Schweizer Rettungsteam kehrt nach Hause zurück Nachdem bereits gestern das deutsche Rettungsteam zurückgeflogen ist, haben heute auch die 23 Schweizer in Japan ihre Arbeit den Japanern übergeben. Im Team sind nebst neun Suchhunden auch Strahlungsexperten, die das Team vor atomaren Gefahren schützten. Aktuell reisen sie in eine US-Militärbasis, wie Radio DRS berichtet.

11:30 Reaktoren 5 und 6 werden geflutet Die beiden Reaktoren verzeichneten im Verlauf des Tages starke Temperaturanstiege, die die Arbeiter vor Ort nun dazu veranlasst haben, auch in diese Reaktoren Meerwasser zu pumpen.

Links von rechts nach links die Reaktoren 1 bis 4, rechts von links nach rechts die Reaktoren 5 und 6 (Satellitenbild vom 16. März: DigitalGlobe)

Links von rechts nach links die Reaktoren 1 bis 4, rechts von links nach rechts die Reaktoren 5 und 6 (Satellitenbild vom 16. März: DigitalGlobe)

11:06 Japan will Länderspiel in Tokio durchführen Trotz der atomaren Katastrophe will der japanische Verband (JFA) das Fußball-Länderspiel gegen Neuseeland am 29. März in Tokio austragen lassen. Man hoffe, das Spiel werde «die Nation vereinen», erklärte die JFA. Der Präsident des neuseeländischen Verbandes (NZF), Frank van Hattum, reagierte mit Skepsis. «Es gibt einen großen Wunsch, Solidarität mit den japanischen Menschen zu zeigen, aber die Sicherheit unserer Spieler und Teammitglieder muss gewährleistet sein», sagte er: «Wir beratschlagen uns derzeit mit dem japanischen Verband und der Regierung, ob dies gewährleistet werden kann.» Das für den 25. März geplante Spiel der Japaner gegen Montenegro wurde dagegen abgesagt. Zuvor waren bereits alle 41 Ligaspiele für März gestrichen worden. (SI)

11:01 Regierung bemüht sich um Beruhigung Sprecher Yukio Edano sagt, die aktuellen radioaktiven Werte seien nicht gesundheitsschädigend. Messungen vor zwei Stunden gaben 1500 Millisievert an, Helikopterflüge über dem Gebiet sind deshalb unterbrochen worden. Der Wert von 1500 Millisievert konnte bis ausserhalb der 20-Kilometer-Zone gemessen werden.

10:55 Tokioter helfen Krisenregion mit Nahrungslieferungen Luke Cummings wuchs im vom Tsunami schwer getroffenen Sendai auf und lebt heute in Tokio. Gegenüber BBC berichtet er, dass er auf einen Aufruf der Behörden im Internet hin begonnen habe, mit einem Lastwagen Nahrungsmittel dringend benötigte Gegenstände aus Tokio in das Krisengebiet zu fahren. Die Lebensmittel erhalte er von der Lebensmittelhilfe Tokios.

10:50 Korrektur von [10:28] Die Bemühungen um eine Kühlung auf dem Landweg betreffen nicht Reaktor 3, sondern Reaktor 4.

10:45 Russland kündigt demonstrativ weiteres AKW an Ungeachtet der Atomkatastrophe in Japan hat Russland den Bau des ersten Kernkraftwerks in der Ex-Sowjetrepublik Weissrussland mit der Führung in Minsk besiegelt. «Die Kernenergie selbst wird sich natürlich weiter entwickeln», sagte Regierungschef Wladimir Putin letzte Nacht. Zwar sollten aus der Tragödie in Japan Rückschlüsse für die weitere Sicherheit von Atomkraftwerken gezogen werden. Die Kernkraft selbst sei aber Teil der weltweiten Energiebalance, meinte er gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax.

10:35 Radioaktivität auf 1,5 Sievert pro Stunde Die Radioaktivität auf der Anlage Fukushimas steigt weiter an. Setzt sich eine Crew dieser Belastung während nur zwei Stunden aus, stirbt in den nächsten dreissig Tagen etwa jeder Dritte. Was 1,5 Sievert genau für Folgen haben können, erfahren sie weiter unten im Kasten «Strahlenkrankheit».

10:30 Tepco wollte noch mehr Reaktoren bauen In Kürze sollten eigentlich die Bauarbeiten für die Reaktoren 7 und 8 in Fukushima starten. Insgesamt plante die Energiegesellschaft Investitionen in Höhe von 6,5 Milliarden.

10:28 Bemühungen um Kühlung auf Landweg schreiten voran Pläne wonach zu Reaktor 3 eine Strasse gebaut werden soll, um Feuerwehrfahrzeuge vorfahren lassen zu können, stehen kurz vor der erfolgreichen Umsetzung, berichtet wiederum die Nachrichtenagentur Kyodo. [10:50] Korrektur: Die Bemühungen betreffen nicht Reaktor 3, sondern Reaktor 4.

10:25 Helikopter müssen Wasserabwürfe einstellen Die Helikopter, die bis vor kurzem über den Reaktoren Meerwasser zur Kühlung abgeworfen haben, können nicht mehr fliegen, weil die Radioaktivität zu hoch ist, berichtet Kyodo.

10:17 Die Informationspolitik Tepcos erzürnt Die Betreibergesellschaft informiert derart defensiv, dass die Regierung News auch mal im Fernsehen erfährt – kein Wunder also, dass die Bevölkerung unzufrieden ist. Was besonders Sorgen macht: Die Geschichte Tepcos, dem viertgrössten Energiekonzern der Welt, ist reich an Skandalen und Vertuschungen: Zum Artikel.

10:12 Radioaktiv verseuchtes Trinkwasser In der Präfektur Fukushima wurden Jod und Cäsium im Trinkwasser entdeckt, sie sind Produkte einer Kernschmelze. Laut Behörden bestehe allerdings noch kein gesundheitliches Risiko, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo.

10:07 Brennstäbe von drei Reaktoren ungekühlt In den Reaktoren 1, 2 und 3 liegen die Brennstäbe teilweise um die Hälfte im Trockenen. Den Spezialisten vor Ort gelingt es nicht, die Brennstäbe ausreichend mit Kühlwasser zu versorgen. Teilweise können sie nicht arbeiten, weil die Strahlenwerte in den Kontrollräumen zu hoch sind. Sogar ausserhalb auf dem Gelände werden inzwischen Werte von bis zu einem Sievert gemessen. Das reicht aus, um schon bei kurzfristigem Kontakt ernsthafte Erkrankungen hervorzurufen (siehe Kasten).

09:08 Über 6000 Reservisten in Nordosten entsandt Japan schickt den 70 000 Soldaten die bereits im Katastrophengebiet sind, weitere 6400 zur Unterstützung. Das Ziel ist es, insgesamt rund 100 000 Soldaten ins betroffene Gebiet zu entsenden, was fast der Hälfte der japanischen Armee entspricht.

08:57  «Ich möchte wirklich an die Welt appellieren: Wir brauchen Hilfe.» Der Bürgermeister der japanischen Stadt Koriyama hat die Weltgemeinschaft um Hilfe bei der Versorgung tausender Menschen gebeten, die aus dem Umkreis des Unglücksreaktors Fukushima 1 geflohen sind. 9000 Evakuierte seien derzeit in Notunterkünften in der 50 Kilometer westlich des schwer beschädigten Atomkraftwerks Fukushima 1 gelegenen Stadt untergebracht, sagte Masao Hara am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. 200 davon befänden sich in einem Baseball-Stadion. «Wir brauchen dringend Kraftstoff, Leicht- und Schweröl, Wasser und Essen», sagte Hara.

07:56 Mehr als 11'000 Tote und Vermisste Nach dem Erdbeben und dem nachfolgenden Tsunami am Freitag ist die Zahl der Toten und Vermissten in Japan inzwischen auf mehr als 11'000 gestiegen. Offiziell wurden am Mittwoch über 7500 Menschen vermisst, wie die Polizei mitteilte. Die Zahl der bestätigten Toten lag bei 3676, verletzt wurden demnach 1990 Menschen. Am Sonntag hatte der Polizeichef der besonders schwer getroffenen Präfektur Miyagi erklärt, allein in dieser Region rechne er mit 10'000 Toten.

07:48 Japans Börsen nach Schwarzem Dienstag wieder mit Gewinn Die Tokioter Aktienmärkte haben sich am Mittwoch nach den Panikverkäufen vom Vortag trotz einer Eskalation der Atomkatastrophe wieder erholt. Ein neues Feuer im Atomkraftwerk Fukushima und die Sorge um die Strahlenfreisetzung schürten allerdings weiter die Nervosität der Investoren. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index stieg um 5,7 Prozent auf 9093 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index rückte um 6,6 Prozent auf 817 Zähler vor. Auch die Börsen in Singapur, China, Korea und Australien lagen im Plus. (sda)

06:14 Lage in Katastrophen-AKW Fukushima vollkommen ausser Kontrolle Die Lage im Katastrophen-Atomkraftwerk Fukushima in Japan ist vollkommen ausser Kontrolle. Nach weiteren Feuern an zwei Reaktoren und einem starken Anstieg der Strahlung mussten sich die Arbeiter am Mittwoch vorübergehend aus dem Kraftwerk zurückziehen. Sowohl Reaktor 4 als auch Reaktor 3 Feuer fingen Feuer. Zudem wurde in Block 3 womöglich die wichtige innere Reaktorhülle beschädigt, wie Regierungssprecher Yukio Edano am Mittwoch nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo sagte. Das Fernsehen zeigte Bilder, wie stundenlang dichte Rauchschwaden von der Anlage aufstiegen.

Der Reaktor 4, im Hintergrund Rauchschwaden aus Reaktor 3

Der Reaktor 4, im Hintergrund Rauchschwaden aus Reaktor 3

04:03 Venezuela legt Atomprogramm auf Eis Was in den vergangenen Stunden geschehen ist, sei «extrem riskant und gefährlich für die Welt», sagt Hugo Chávez. Er glaube, dass die Probleme in den japanischen Atomanlagen neben Venezuela auch andere Länder zum Überdenken der Notwendigkeit von Atomprogrammen anregen werde. Dadurch würde die Ölnachfrage steigen. Venezuela ist ein ein wichtiger Ölexporteur. Der Präsident hatte im vergangenen Jahr bekannt gegeben, sein Land werde mit Hilfe Russlands ein Atomkraftwerk bauen. (dapd)

00:46 Brand in japanischem Atomreaktor anscheinend gelöscht Das Feuer in einem Reaktor des schwer beschädigten japanischen Atomkraftwerks Fukushima 1 ist nach Angaben der Behörde für Atomsicherheit anscheinend gelöscht. Nach Informationen der Betreibergesellschaft Tepco seien keine Flammen und kein Rauch mehr an Reaktor 4 zu sehen, sagte ein Sprecher der Behörde der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch. Der Brand sei anscheinend von selbst erloschen. In dem Reaktor hatte es bereits am Dienstag eine Wasserstoffexplosion gegeben, bei der das Dach der äusseren Hülle beschädigt wurde. Sie löste einen Brand im Aufbewahrungsbecken für gebrauchte Brennelemente aus, radioaktive Partikel gelangten daraufhin direkt in die Atmosphäre. US-Soldaten konnten den Brand in dem Reaktor, der für Wartungsarbeiten stillgelegt ist, jedoch später löschen. (afp)

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