Putin erklärte sich bereit, den genauen Inhalt des Gesprächs zwischen Trump und Lawrow zu veröffentlichen. Putin sagte bei einer Medienkonferenz in Sotschi, er werde dem US-Kongress die Tonaufnahme aushändigen, wenn die Regierung in Washington einverstanden sei.

Sein Berater Juri Uschakow stellte wenig später aber klar, dass es sich um eine schriftliche Aufzeichnung des Gesprächs handle. "Es werden keine Tonaufnahmen gemacht. Was gemacht wird ist eine (schriftliche) Aufnahme von einer Person, die speziell deswegen an Treffen teilnimmt", so Uschakow.

US-Medien berichten, Trump habe bei dem Gespräch in der vergangenen Woche in Washington streng vertrauliche Geheimdienstinformationen eines Nahost-Staates über die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an Lawrow weitergegeben. Dieser Drittstaat, möglicherweise Israel, habe einer Weitergabe dieser Informationen nicht zugestimmt.

Putins Hohn

Trump bestreitet jegliches Fehlverhalten. Als Präsident habe er das "absolute Recht", Informationen mit Russland zu teilen, schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Putin wiederum machte sich über den Sturm der Entrüstung rund um das Gespräch Trump-Lawrow lustig. Er könnte Lawrow eine "Rüge" aussprechen, weil der wiederum die angeblichen Informationen nicht an ihn und die russischen Geheimdienste weitergegeben habe.

Lawrow habe "diese Geheimnisse nicht mit uns geteilt - weder mit mir noch mit den Vertretern der russischen Geheimdienste. Das ist sehr böse von ihm", sagte Putin unter dem Gekicher von Anwesenden.

Israel verunsichert

Nach Informationen der "New York Times" hatte US-Präsident Trump hochsensible Informationen des israelischen Geheimdienstes an Russland weitergegeben. Offiziell wiegelte Israel ab und betonte die Stärke des Bündnisses.

Verteidigungsminister Avigdor Lieberman schrieb am Mittwoch auf Twitter: "Die Sicherheitsbeziehungen zwischen Israel und unserem grössten Verbündeten, den USA, sind tief, bedeutend und beispiellos in ihrem Umfang." Die Beziehung zu den USA stärke Israel auf nie dagewesene Weise. "So ist es gewesen und so wird es weiter sein", so Lieberman.

Die israelische Zeitung "Jediot Achronot" schrieb jedoch, in israelischen Geheimdienstkreisen herrschten Zorn und Sorge über die mutmasslichen Enthüllungen. Die Zeitung hatte bereits im Januar darüber berichtet, dass der US-Geheimdienst seine Kollegen in Israel angesichts der Verbindungen Trumps zu Russland vor der Weitergabe sensibler Informationen gewarnt habe.

"Das Problem sind weniger die Informationen, sondern die sensiblen Quellen, in die teilweise jahrelang investiert wurde", sagte ein nicht namentlich genannter Geheimdienstmitarbeiter der Zeitung. "Die Russen sind nicht dumm, sie werden verstehen, woher die Informationen stammten, und sie oder ihre Verbündeten, alle Feinde Israels, werden entsprechende Schritte unternehmen."

Ein anderer Mitarbeiter sagte zu "Jediot Achronot": "Wir müssen neu überprüfen, ob und welche Informationen wir den Amerikanern weitergeben." Bis eindeutig feststehe, dass die Verbindung sicher sei, dürfe man keine "Kronjuwelen" mehr weitergeben.