Spanien

Prozessbeginn nach islamistischem Anschlag in Barcelona von 2017

Mehr als drei Jahre nach dem islamischen Anschlag in Barcelona von 2017 hat der Strafprozess gegen drei der Beteiligten begonnen. Foto: Uncredited/POOL EFE/AP/dpa

Mehr als drei Jahre nach dem islamischen Anschlag in Barcelona von 2017 hat der Strafprozess gegen drei der Beteiligten begonnen. Foto: Uncredited/POOL EFE/AP/dpa

Mehr als drei Jahre nach dem blutigen Anschlag von Islamisten in Barcelona und Cambrils mit 16 Toten hat am Dienstag ein Strafprozess gegen drei der Beteiligten begonnen.

Die unmittelbaren Täter sitzen jedoch nicht auf der Anklagebank in Barcelona, weil sie von der Polizei getötet worden waren.

Angeklagt sind zwei Männer wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie der Herstellung von Sprengstoff. Dem dritten Angeklagten wird Unterstützung der Gruppe vorgeworfen. Die Anklage fordert für die ersten beiden Haftstrafen von 36 und 20 Jahren, für den Dritten von acht Jahren. Die Angeklagten bestreiten die Vorwürfe. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte damals die Tat für sich.

Der Anschlag versetzte Spanien in einen Schockzustand. Die Opfer in der Touristenmetropole stammten aus 34 Ländern. Am Nachmittag des 17. August 2017 war der 22-jährige Younes Abouyaqooub mit einem Lieferwagen in eine Menschenmenge auf dem Boulevard Las Ramblas in Barcelona gerast. Dabei starben 14 Menschen, mindestens 118 wurden verletzt. Auf der Flucht erstach er ein weiteres Opfer, bevor er am 21. August von der Polizei gestellt und erschossen wurde.

Kurz nach dem Anschlag in Barcelona steuerten fünf Angreifer in dem Ort Cambrils rund 100 Kilometer südöstlich von Barcelona ein Auto in eine Gruppe von Passanten. Dabei starb eine Frau, sieben weitere Passanten wurden verletzt. Die Polizei erschoss die Terroristen.

Nach Erkenntnissen der Polizei hatte die Terrorzelle wesentlich grössere Anschläge geplant, wie etwa die Kirche Sagrada Familia in Barcelona zu sprengen. Allerdings ging das Sprengstofflager der Gruppe in einem Haus in dem Ort Alcanar 200 Kilometer südöstlich von Barcelona am 16. August vorzeitig in die Luft. Dabei starb der Imam Abdelbaki Es Satty, der als Kopf der Terrorzelle galt. Da es keinen Sprengstoff mehr gab, entschied sich der Rest der Gruppe kurzfristig für den Anschlag mit einem Lieferwagen in Barcelona.

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