Auschwitz

Prozess gegen früheren SS-Mann: Beihilfe zum Mord in über 3'000 Fällen

Im Konzentrationslager Auschwitz wurden über eine Million Menschen ermordet. Heute, 70 Jahre nach der Befreiung durch Einheiten der Roten Armee, findet hier eine grosse Gedenkfeier statt. AP

Im Konzentrationslager Auschwitz wurden über eine Million Menschen ermordet. Heute, 70 Jahre nach der Befreiung durch Einheiten der Roten Armee, findet hier eine grosse Gedenkfeier statt. AP

Ein 95-jähriger ehemaliger SS-Mann im NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau muss sich wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 3681 Fällen vor einem deutschen Gericht verantworten. Der Verteidiger bestreitet eine Schuld seines Mandanten.

Der Prozessbeginn ist für den 29. Februar vor dem Landgericht Neubrandenburg im deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern geplant, weitere Termine folgen im März. Wie ein Gerichtssprecher am Montag sagte, ist der Verlauf abhängig vom Gesundheitszustand des Angeklagten.

Der Mann soll laut Anklage vom 15. August bis zum 14. September 1944 in der SS-Sanitätsdienststaffel Auschwitz-Birkenau tätig gewesen sein. In dieser Zeit wurden dort mindestens 3681 Menschen vergast. Gegen denn Mann wird seit März 2015 ermittelt.

Das Landgericht hatte zunächst eine Eröffnung des Prozesses Mitte 2015 aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt. Das Oberlandesgericht hatte den Mann aufgrund eines neuen psychiatrischen Gutachtens aber als "eingeschränkt verhandlungsfähig" eingestuft.

Der Mann war schon 1948 von einem polnischen Gericht wegen seiner SS-Zugehörigkeit zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt worden, die er auch verbüsste.

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