Es sind dramatische Aufnahmen, welche Park Jong-dae der Öffentlichkeit zur Verfüfung gestellt hat. Sie stammen vom Handy seines 17-jährigen Sohnes Su-hyeon, welcher als einer der bislang 226 Toten aus der gesunkenen südkoreanischen Fähre «Sewol» geborgen wurde.

Sie zeigen die Schüler an Bord der sich bereits stark geneigten Fähre. Offenbar waren sie sich nicht bewusst, in welcher Gefahr sie sich befanden.

Auf den Lautsprecherdurchsagen ist zu hören, wie die Besatzung die Passagiere anweist, in ihren Kajüten zu bleiben. Die Schüler sind verwirrt. Einige fragen: «Werden wir jetzt wirklich sterben?». Andere klopfen Sprüche oder machen Witze. Ein Schüler sagt: «Ich kann doch nicht sterben, ich muss noch so viele Animationsfilme schauen.»

Später werden Rettungswesten verteilt und der Ernst der Lage wird allmählich klar. «Wenn das Wasser wirklich reinkommt, müssen wir raus», sagt eine Stimme. Und schlussendlich sagt jemand: «Mutter, Vater, ich habe euch beide lieb.» Das Video endet um 9.08 Uhr.

Der Vater von Su-hyeon hat den Medien das Video zur Verfügung gestellt, weil er wollte, dass die Öffentlichkeit erfahre, was beim Unglück alles schief lief.

(Quelle: Youtube / ThanksForYou3)

Video von aus dem Innern der sinkenden Fähre "Sewol"

Über 90 Personen noch vermisst

Nach dem Untergang der südkoreanischen Fähre "Sewol" verloren bislang 226 Menschen ihr Leben. Über 90 Personen werden noch vermisst und im Innern der Fähre vermutet.

Von dem 476 Menschen an Bord waren 324 Jugendliche, welche auf einem Schulausflug waren.

Die Unglücksursache ist unklar. Der Kapitän und 14 Besatzungsmitglieder befinden sich in Untersuchungshaft. Ihnen wird vorgeworfen, kapitale Fehler bei der Evakuierung des Schiffs und zu wenig für die Rettung der Passagiere gemacht zu haben. (rhe)