Dies sind fast 200'000 Protestierende weniger als am Vormittag des letzten grossen Protesttags am 28. Oktober. Die Gewerkschaften hatten um einiges höhere Teilnehmerzahlen. Sie sprachen von landesweit 1,2 Millionen Menschen, die noch auf die Strasse gingen.

Während sich einige Gewerkschaftsvertreter bei den Kundgebungen hinsichtlich der kritisierten Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 62 Jahre noch kampfbereit zeigten, schwenkten andere auf Gesprächsangebote französischer Kabinettsmitglieder ein. Diese hatten sich zuvor bereit erklärt, über einzelne Massnahmen zur Abfederung der Neuregelung zu verhandeln.

Die Nationalversammlung hatte die Rentenreform in der vergangenen Woche endgültig verabschiedet. Danach schwächte sich der über Monate fortgeführte Massenprotest gegen das Projekt deutlich ab.

Das Gesetz soll nach der Prüfung durch den Verfassungsrat voraussichtlich Mitte November in Kraft treten. Die Proteste gegen das Projekt erreichten ihren Höhepunkt am 12. Oktober.

Die Rentenreform der Regierung von Präsident Nicolas Sarkozy sieht unter anderem vor, das Pensionsalter von 60 auf mindestens 62 anzuheben. Viele Arbeitnehmer, die die vollen Rentenbezüge beziehen möchten, müssen künftig bis 67 statt 65 arbeiten.