"Entweder wir schliessen uns jetzt zusammen und kämpfen oder wir werden später zusammen trauern", sagte Ludimilla Teixeira, die den Protestzug in Rio de Janeiro mitorganisiert hatte. "Wir dürfen nicht erlauben, dass Faschismus in Brasilien voranschreitet."

Nach Angaben der Organisatoren beteiligten sich mindestens eine halbe Million Menschen an den Protestzügen. Die Polizei nannte keine Zahlen.

Gegner kritisieren den Rechtspopulisten Bolsonaro wegen rassistischer, frauenfeindlicher und homophober Äusserungen. So soll warnte er auch schon davor, Frauen als Arbeitskräfte anzustellen, weil sie schwanger werden könnten. Auch die Verdienstlücke zwischen Männern und Frauen versuchte er schon zu verteidigen.

Vor einigen Wochen war Bolsonaro bei einem Messerangriff schwer verletzt worden. Am Wochenende nahm er seinen Wahlkampf wieder auf, nachdem er das Spital verlassen hatte. Er gilt als Favorit für die erste Runde der Präsidentenwahl am 7. Oktober.

Der frühere Armeeoffizier, der offen seine Bewunderung für die 1985 beendete Militärdiktatur geäussert hat, hat als Abgeordneter mit seiner unverblümten Rhetorik und einer harten Haltung zur Verbrechensbekämpfung viele Anhänger gewonnen.