Madagaskar

Präsidentschaftskandidat legt nach Madagaskar-Wahl Beschwerde ein

Präsidentschaftskandidat Robinson Jean Louis (Archiv)

Präsidentschaftskandidat Robinson Jean Louis (Archiv)

In Madagaskar geht der frühere Gesundheitsminister Robinson Jean Louis juristisch gegen seine drohende Niederlage bei der Präsidentschaftswahl vor. Bei dem zuständigen Wahlgericht seien mehr als 100 Beschwerden eingereicht worden.

Es lägen mehrere Fälle von Betrug und Unregelmässigkeiten vor, sagte sein Anwalt Hasina Andriamadison am Dienstag. "Wir verlangen, dass der Betrug und eine Annullierung festgestellt werden", erklärte Andriamadison. Bereits am Montag sei die Disqualifizierung des Widersachers Hery Rajaonarimampianina beantragt worden.

Jean Louis stammt aus dem Lager des vor vier Jahren gestürzten Präsidenten Marc Ravalomanana. Bereits einen Tag nach der Wahl hatte er von "massiven Fälschungen" gesprochen. Am Montag erneuerte er in einer Live-Übertragung im Fernsehen seine Vorwürfe. Beweise für seine Anschuldigungen blieb er allerdings schuldig.

Die Beschwerden richten sich dem Anwalt zufolge hauptsächlich gegen die Präsidentschaftswahl am Freitag, betreffen aber auch die gleichzeitig abgehaltene Parlamentswahl.

Beide Kandidaten sehen sich als Sieger

Nach der Stichwahl für das Präsidentenamt hatten sich beide Kandidaten zum Sieger erklärt. Die endgültigen Ergebnisse sollen am Freitag bekanntgegeben werden.

Vorläufigen Zahlen auf der Internetseite der Wahlkommission zufolge ist Rajaonarimampianina ein Sieg kaum noch zu nehmen. Nach Auszählung der Stimmen aus 99 Prozent der Wahlbüros liegt der vom amtierenden Übergangspräsidenten Andry Rajoelina unterstützte Kandidat demnach mit 53 Prozent vorn.

Internationale Wahlbeobachter hatten die Abstimmung nicht beanstandet. Vertreter der EU nannten die Wahl "frei, glaubwürdig und demokratisch".

Die Wahlen sollen den verarmten Inselstaat im Indischen Ozean aus der politischen und wirtschaftlichen Krise führen, in die er durch den Putsch gestürzt worden war. Insgesamt waren 7,9 Millionen Wähler zur Stimmabgabe aufgerufen.

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