Ukraine

Präsident Janukowitsch soll Kiew verlassen haben

Wo ist Viktor: Hat Präsident Janukowitsch (rechts) Kiew verlassen?

Wo ist Viktor: Hat Präsident Janukowitsch (rechts) Kiew verlassen?

Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch soll Medienberichten zufolge unter wachsendem Druck der Opposition am Freitagabend die Hauptstadt Kiew verlassen haben. Der Staatschef sei mit einem engen Kreis Vertrauter zunächst in die ukrainische Stadt Charkow geflogen.

Das berichtete das Internetportal der Zeitung "Serkalo Nedeli" unter Berufung auf Funktionäre. Auch andere Medien berichteten darüber und beriefen sich auf jeweils eigene Kontakte in der Präsidialverwaltung. Demnach habe Janukowitsch persönliche Dinge aus seiner Residenz abholen lassen.

Gewaltbereite Regierungsgegner hatten auf dem zentralen Unabhängigkeitsplatz, dem Maidan, den Präsidenten aufgefordert, bis Samstagmorgen, 10.00 Uhr (9.00 Uhr MEZ), zurückzutreten. Andernfalls wollten sie die Präsidialverwaltung stürmen.

In Charkow ist an diesem Samstag ein Kongress der regierenden Partei der Regionen geplant. Daran könnte Janukowitsch teilnehmen wollen. Der Ex-Sowjetrepublik könnte im Ernstfall eine Spaltung drohen. Die Partei hatte bereits 2004 über eine Abspaltung vom pro-europäischen Westen des Landes diskutiert.

Telefon zwischen Putin und Obama

US-Präsident Barack Obama und sein russischer Kollege Wladimir Putin drangen derweil auf eine rasche Umsetzung des Abkommens zur Überwindung der Krise in der Ukraine. Die beiden Präsidenten hätten ein "konstruktives" Telefonat miteinander geführt, sagte ein ranghoher US-Regierungsvertreter am Freitag. Dabei seien sie sich auch darin einig gewesen, dass alle Konfliktparteien von weiterer Gewalt absehen müssten.

Putin habe bei dem Gespräch betont, dass besonders die Auseinandersetzung mit der radikalen Opposition wichtig sei. "Sie hat die Konfrontation in der Ukraine an eine gefährliche Linie gerückt", sagte Putin nach Kremlangaben.

Er habe ausserdem klar gemacht, dass Russland weiterhin an dem Prozess der Umsetzung des Abkommens beteiligt sein wolle, sagte der US-Vertreter. Die Präsidenten bekräftigten demnach zudem, dass nun eine Stabilisierung der ukrainischen Wirtschaft dringend nötig sei. Die Ukraine müsse "auf einen friedlichen Weg zurückgeführt werden".

Lob für Sotschi

Ausserdem hätten die beiden Staatschefs über andere internationale Konflikte wie das Blutvergiessen in Syrien und das Atomprogramm im Iran gesprochen.

Dem Kreml zufolge gratulierte Obama seinem Kollegen auch zu den erfolgreichen Olympischen Winterspielen, die an diesem Sonntag in Sotschi mit einer Schlusszeremonie enden. Den Schwarzmeerkurort will Obama Anfang Juni während des G8-Gipfels besuchen.

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