Der an einem Motorrad angebrachte Sprengsatz sei unweit eines Mannschaftsbusses der Polizei explodiert, teilten die Behörden mit. Auch der Unternehmerverband Müsiad sei in der Nähe einquartiert.

Die Bombe sei am Morgen ferngezündet worden, als ein mit den Polizisten besetzter Kleinbus die Zentrale der islamistischen Regierungspartei AKP passiert habe, teilte der Chef der Istanbuler Polizei mit.

Nach ersten Untersuchungen war die Bombe mit Plastiksprengstoff gebaut. Sie entspreche einer Bombe, mit der bereits im vergangenen Mai in Istanbul ein Anschlag verübt worden sei, berichteten türkische Fernsehsender. Damals steckte die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK hinter der Gewalttat.

Keine Schwerverletzten

Unter den insgesamt 21 Polizisten, die zum Zeitpunkt des Anschlags im Fahrzeug sassen, habe es keine Schwerverletzten gegeben, niemand schwebe in Lebensgefahr, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Die Verwundeten wurden in Spitäler gebracht.

Fernsehbilder zeigten in dem Istanbuler Stadtteil Sütlüce ein ausgebranntes Autowrack sowie mehrere Krankenwagen. Durch die Wucht der Explosion wurden mehrere Fahrzeuge in der Nähe schwer beschädigt und die Scheiben umliegender Gebäude eingedrückt.

Die Detonation sei sehr heftig gewesen, sagte ein Augenzeuge bei dem Fernsehsender CNN Türk - "wie ein Erdbeben". Weitere Augenzeugen sprachen von einem Feuerball, der den Polizeibus erfasst habe. Nach der Detonation kam der Polizeibus nach etwa fünfzig Metern zum Stehen.

Wie der türkische Nachrichtensender NTV meldete, suchten Experten die Umgebung des Tatorts nach einer möglichen weiteren Bombe ab. Es wurde aber kein zweiter Sprengsatz gefunden.

Erdogan verurteilt "Terroranschlag"

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte die Tat und sprach in einer ersten Reaktion von einem "Terroranschlag". "Wir sind entschlossen, unseren Kampf gegen den Terrorismus fortzusetzen", sagte er an einer Konferenz in Ankara, die im türkischen Fernsehen übertragen wurde.

"Wir werden uns solchen Angriffen niemals beugen", sagte Erdogan weiter. Die Täter würden so schnell wie möglich gefasst.

Serie von Anschlägen

In der Türkei waren in der Vergangenheit Bombenanschläge von kurdischen Separatisten, links- und rechtsradikalen Gruppen und islamistischen Extremisten, darunter auch Al Kaida, verübt worden.

Nicht weit vom Tatort im Stadtviertel Sütlüce entfernt war erst im vergangenen Jahr ein Polizist bei einem Attentat ums Leben gekommen.