Thailand

Polizist bei Auseinandersetzungen durch Kopfschuss getötet

In Thailands Hauptstadt Bangkok sind bei einem Polizeieinsatz gegen regierungskritische Demonstranten ein Beamter getötet und 14 weitere verletzt worden. Demonstranten und Polizei lieferten sich eine 20-minütige Schiesserei.

Der Machtkampf zwischen Regierung und Demonstranten in Thailand ist am Dienstag gefährlich eskaliert. 25'000 Polizisten waren am Morgen mit Schlagstöcken und Tränengas ausgerückt, um Lager auf Strassenkreuzungen zu räumen, die die Demonstranten seit Wochen besetzt halten.

Die aufgebrachte Menge setzte sich zur Wehr. Dabei ist es offenbar zu einer 20-minütigen Schiesserei zwischen Polizei und Anhängern der Protestbewegung gekommen. Dabei wurde ein Polizist durch einen Kopfschuss getötet.

«Die Demonstranten haben geschossen und eine Granate eingesetzt und den Tod des Polizisten verursacht», twitterte das Aussenministerium. Der Sanitätsdienst meldete nach der Granatenattacke mindestens 44 Verletzte.

Die Polizei nahm beim Einsatz dutzende Demonstranten fest. Am besetzten Komplex des Energieministeriums in Bangkok seien rund hundert Demonstranten abgeführt worden, sagte der Chef des Nationalen Sicherheitsrates, Paradorn Pattanatabut.

Der Polizeichef des Landes, Adul Saengsingkaew, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, ein Polizist sei auf dem Weg ins Spital seinen Schussverletzung erlegen.

Die Zusammenstösse passierten im Regierungsviertel einige Kilometer westlich des Stadtzentrums mit seinen Geschäftsstrassen.

Auch die Region um den Königspalast, ein beliebtes Ausflugsziel, war nicht betroffen. An den besetzten Kreuzungen in der Innenstadt rückte die Polizei zunächst nicht vor. Im Regierungsviertel setzte die Polizei Tränengas ein.

Die Eskalation folgt auf drei Monate anhaltenden Proteste gegen die Regierung von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra. Die Proteste hatten sich im vergangenen November an einem von der Regierung befürworteten Amnestiegesetz entzündet, das Yinglucks Bruder, dem früheren Regierungschef Thaksin Shinawatra, wohl eine Rückkehr aus dem Exil erlaubt hätte.

Die Opposition sieht Yingluck als eine Marionette ihres Bruders, dem sie Korruption und Bestechung vorwirft. Die Familie ist in weiten Teilen der Mittelschicht von Bangkok und im Süden verpönt.

Die Opposition fordert den Rücktritt der Ministerpräsidentin. Yingluck hatte im Zuge der Proteste am 2. Februar eine vorgezogene Parlamentswahl abhalten lassen. Diese wurde jedoch von der Opposition boykottiert.

Demonstranten blockierten 10'000 Wahllokale und hinderten so Millionen Bürger an der Abstimmung. Sie sollen nun am 20. und 27. April wählen können. Die Wahlkommission will Ergebnisse erst dann bekanntgeben, wenn alle Bürger abstimmen konnten.

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