Mehr als 50 weitere Menschen wurden verletzt. Nach Angaben der Ermittler handelte es sich nicht um einen Terroranschlag, sondern um einen versuchten Raubüberfall.

Die IS-Terrormiliz reklamierte jedoch den Angriff für sich. Kämpfer des Islamischen Staates hätten den Angriff ausgeführt, meldete die IS-Propagandaagentur Amak am Freitag im Internet unter Berufung auf nicht näher genannte Sicherheitskreise. Details nannte Amak nicht. Täterwissen gaben die Extremisten nicht preis.

Der maskierte Täter stürmte nach Angaben eines Polizeichefs gegen Mitternacht (Ortszeit) mit einem Schnellfeuergewehr in die Anlage "Resorts World Manila" unmittelbar am internationalen Flughafen von Manila. In dem Casino hielten sich nach Angaben von Augenzeugen mehr als 1000 Leute auf.

Dieses Handyvideo soll den Moment des Angriffs im Kasino von Manila zeigen.

Rucksack voller Casino-Chips

Der Täter schoss auf einen grossen Fernsehbildschirm und legte in einem Casinosaal ein Feuer. Er steckte Polizeiangaben zufolge Chips für umgerechnet 2,2 Millionen Franken in einen Rucksack. Dann habe er das Casino Richtung Hotelbereich verlassen, den Rucksack aber zurückgelassen.

Auf Menschen schoss der Täter laut Polizei nicht. Die Einsatzkräfte fanden in einem der Hauptsäle des Casinos dutzende Toten. Die Menschen hatten nach Behördenangaben Rauch eingeatmet und waren daran gestorben. Das Feuer breitete sich schnell in dem Gebäude aus, weil brennbare Teppiche in Flammen aufgingen.

Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben des Hotelbetreibers um mindestens 22 Gäste und 13 Angestellte. Darunter sind auch mehrere Ausländer. Vier davon kamen aus Taiwan.

Aus Fenstern gesprungen

Dutzende Menschen verletzten sich nach Angaben der Sicherheitskräfte bei der panischen Flucht aus dem Gebäude. Mehrere Menschen sprangen aus Fenstern. Vor dem Gebäudekomplex warteten Menschen auf Nachrichten über das Schicksal von Angehörigen.

Der Angreifer war im Chaos zunächst geflüchtet. Schwerbewaffnete Beamte durchsuchten daraufhin den weiträumigen Komplex. Nach rund fünf Stunden fanden sie die Leiche des Mannes. Er habe sich auf einem Bett mit Benzin übergossen und angezündet, sagte der Polizeichef.

Der Polizeichef sprach von einer bizarren Raubtat eines geistig Verwirrten". Bei dem Mann handelte es sich offenbar um einen Ausländer, der europäisch aussah und Englisch sprach.

Trump sieht Terrorakt

US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Vorfall als "terroristische Attacke". Philippinische Behördenvertreter traten dem aber schnell entgegen. Der Vorfall in Manila hänge "in keiner Weise mit einem terroristischen Angriff zusammen", betonte ein Sprecher von Präsident Rodrigo Duterte.

Auf den Philippinen geht die Armee seit mehr als einer Woche hart gegen islamistische Rebellen vor, die sich in der Stadt Marawi im Süden des Landes verschanzt haben. Seit Dienstag vergangener Woche gab es bereits mehr als 180 Tote.

Präsident Rodrigo Duterte hat über Marawi und die gesamte Philippinen-Insel Mindanao mit mehr als 20 Millionen Bewohnern das Kriegsrecht verhängt. Die Islamisten behaupten, mehrere Dutzend Zivilisten in ihrer Gewalt zu haben.