Nobelpreise

Physik-Nobelpreisträger sagen Zukunft des Universums voraus

Saul Perlmutter erhält die Hälfte des Preisgeldes

Saul Perlmutter erhält die Hälfte des Preisgeldes

Das Universum dehnt sich immer rascher aus. Für diese Entdeckung bekommen drei US-Astronomen den Physik-Nobelpreis 2011. Saul Perlmutter erhält die eine Hälfte des Preisgeldes, Brian P. Schmidt und Adam G. Riess teilen sich die andere Hälfte.

Die drei Astrophysiker erhalten zusammen zehn Millionen schwedische Kronen (1,3 Mio. Franken). Die drei Forscher hatten riesige Sternenexplosionen beobachtet. Dabei fanden sie heraus, dass sich diese so genannten Supernovae mit steigender Geschwindigkeit von der Erde entfernten.

"Ich bin von dem Preis völlig überrascht", sagte der frisch gekürte Nobelpreisträger Schmidt in einer ersten Reaktion. "Aber wir waren auch über unser Forschungsergebnis selbst völlig perplex."

"Wir sind ziemlich sicher, dass sich das Universum ewig ausdehnt, aber nicht sicher, dass es sich ewig beschleunigt", erläuterte Lars Brink vom Nobelkomitee die Preisvergabe.

Die genaue Ursache der Ausdehnung kennen die Physiker noch nicht. Sie sprechen daher in ihrem Weltmodell einfach von Dunkler Energie, die das All auseinandertreiben könnte. Dies sei "ein Rätsel, das bislang noch keiner lösen konnte", schreibt die Stiftung.

Keine Eselei

Albert Einstein hatte in seiner Allgemeinen Relativitätstheorie schon 1915 vorhergesagt, dass sich das Universum entweder ausdehnt oder zusammenzieht. Doch das stimmte nicht mit dem damaligen Weltbild überein. Daher stellte er die so genannte Kosmische Konstante auf, die er später als grösste Eselei bezeichnet haben soll.

Nach den Ergebnissen der Nobelpreisträger könne man jedoch sagen, dass Einsteins Konstante brillant war, schreibt die Nobelstiftung. Jury-Mitglied Björn Jonson erläuterte, mit den neuesten Erkenntnissen müsse man die Konstante wieder einführen: "Die Konstante ist als Dunkle Energie zurückgekommen." Das Universum besteht nach Astronomen-Weltbild zu 70 Prozent aus der Dunklen Energie.

"Im Jahr 1998 wurde die Kosmologie in ihren Fundamenten erschüttert, als zwei Forscherteams ihre Ergebnisse präsentierten", berichtete die Nobelstiftung. Die Forscher selbst erwarteten, dass sich die Ausdehnung des Universums abbremst. Was sie fanden, war völlig verblüffend: Als ob man einen Ball in die Höhe wirft, der - anstatt zurückzukommen - nach oben fliegt.

Aber auch nachdem sie immer wieder und unabhängig voneinander nachgerechnet hatten, blieb es dabei: Die Ausdehnung beschleunigt sich. Das sei eine erstaunliche Entdeckung, erklärte der Nobelkomitee. "Wenn die Ausdehnung anhält, dann endet das Universum in Eis."

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