Höchststand

Pegel am Drei-Schluchten-Damm in China erreicht Höchststand

Schleusen für die Schiffahrt am Drei-Schluchten-Damm

Schleusen für die Schiffahrt am Drei-Schluchten-Damm

Erstmals ist das Reservoir des umstrittenen Drei-Schluchten-Dammes am Jangtse-Strom in Zentralchina komplett gefüllt worden. Der Wasserstand erreichte am Dienstag die 175-Meter-Marke.

Der Vorsitzende der Entwicklungsgesellschaft für das weltgrösste Wasserkraftwerk, Cao Guangjing, sprach von einem "Meilenstein" bei dem 16-jährigen Bauvorhaben, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Der Höchststand erlaube eine volle Auslastung bei der Stromgewinnung sowie eine bessere Hochwasserkontrolle und Nutzung der Schifffahrtswege. Zahlreiche Tests könnten jetzt gemacht werden. "Die Beobachtung zeigt, dass der Damm bislang reibungslos funktioniert", schrieb die staatliche Nachrichtenagentur.

Das gigantische Projekt ist stark umstritten, weil die Kosten und Risiken weit grösser sind als ursprünglich angenommen. Der maximale Wasserstand des insgesamt 185 Meter hohen Dammes soll zwei Monate beibehalten werden, berichtete Xinhua.

Danach werde das Wasser auf einem normalen Niveau zwischen 145 bis 175 Metern gehalten. Damit könne das Wasserkraftwerk seine geplante jährliche Kapazität von 84,7 Milliarden Kilowatt erreichen. 2012 sollen noch sechs weitere Turbinen installiert werden.

Offiziell werden die Gesamtausgaben für den Drei-Schluchten-Damm mit 180 Milliarden Yuan angegeben (heute 26,2 Mrd. Franken). Allerdings gehen westliche Experten vom Doppelten aus.

Noch 300'000 Menschen umsiedeln

Auch hatten chinesische Experten vor einem Jahr geschätzt, dass in den nächsten zehn Jahren zusätzlich noch 100 Milliarden Yuan (heute 14,5 Mrd. Franken) an Folgekosten entstehen werden. Die Gelder seien nötig, um die Umsiedlung der Anwohner fortzusetzen, Erdrutsche zu verhindern und Umweltschäden zu beseitigen.

Bislang sind im Zuge des Riesenprojektes bereits mehr als 1,2 Millionen Menschen umgesiedelt worden. Im Januar war angekündigt worden, dass weitere 300'000 Menschen umziehen müssten. Kritiker beklagen Korruption bei der Neuansiedlung der Menschen.

Auch werden geologische Probleme des riesigen Reservoirs beklagt. Der Anstieg des Wasserstandes hat an vielen Uferstellen Erdrutsche ausgelöst. Geologen warnen ferner vor Erdbeben und vor dem schwankenden Wasserpegel, mit dem sich der Druck auf die Erdschichten darunter ständig verändere.

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