Simbabwe

Parteien in Simbabwe haben offenbar keine Einsicht in Wählerlisten

Wahlplakate Mugabe und Tsvangirai in Simbabwe

Wahlplakate Mugabe und Tsvangirai in Simbabwe

Einen Tag vor den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Simbabwe haben Menschenrechtsaktivisten erste Unregelmässigkeiten kritisiert. Am Dienstag habe es für die Parteien noch keinen Zugang zu den Wählerverzeichnissen gegeben.

Dies sei "ein Rechtsverstoss", kritisierte die Gesellschaft der Menschenrechtsanwälte in dem Land im Süden Afrikas. Bereits seit langer Zeit werde darauf verwiesen, dass die Register möglicherweise unvollständig seien. Nun werde der Eindruck erweckt, "dass etwas verheimlicht wird oder dass es Manipulationen gibt", hiess es weiter.

Die Menschen in Simbabwe sind am Mittwoch aufgerufen, den Präsidenten und die Abgeordneten des Parlaments neu zu wählen. An der Spitze des Landes steht seit der Unabhängigkeit Simbabwes von Grossbritannien im Jahr 1980 ununterbrochen Präsident Robert Mugabe.

Unter seiner Herrschaft erlebte das Land einen rasanten wirtschaftlichen Niedergang. Millionen Menschen verliessen Simbabwe, viele von ihnen in Richtung Südafrika.

In den vergangenen Jahren teilte sich Mugabe die Macht widerwillig mit seinem Erzrivalen Morgan Tsvangirai. Dieser amtiert nach Beendigung eines blutigen Machtkampfes als Regierungschef.

Nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl des Jahres 2008, aus der Tsvangirai als Sieger hervorgegangen war, hatte eine Gewaltkampagne gegen seine Anhänger begonnen, in deren Verlauf fast 200 von ihnen getötet wurden. Daraufhin zog Tsvangirai seine Kandidatur für das Präsidentenamt zurück.

Andere Kandidaten chancenlos

Zur Wahl am Mittwoch sind etwa 6,4 der rund 12,9 Millionen Simbabwer aufgerufen. Zwölf Stunden lang können sie in knapp 9700 Wahllokalen ihre Stimmen abgeben.

Mit Mugabe und Tsvangirai konkurrieren drei weitere Kandidaten um das Präsidentenamt, denen jedoch keine Chancen eingeräumt werden. Bei der Parlamentswahl sind 210 Sitze zu vergeben, mindestens 60 davon an Frauen. Zum Schutz des Urnengangs, dessen Ergebnisse einige Tage später erwartet werden, sind mehr als 37'000 Sicherheitskräfte im Einsatz.

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