Ein Sprecher begründete die Verlängerung mit "Chaos, Langsamkeit, Mängeln und Missmanagement" in 401 Wahllokalen, in denen die Wähler nun noch bis 17.00 Uhr (Ortszeit, 14.30 Uhr MESZ) abstimmen können. Ergebnisse sollen erst im November verkündet werden.

Die Wahl am Samstag war von Anschlägen und Chaos überschattet worden. Zahlreiche Menschen wurden getötet, fast 170 Menschen offiziellen Angaben zufolge wurden verletzt. In der Hauptstadt Kabul sprengte sich ein Selbstmordattentäter in einem Wahllokal in die Luft und riss mindestens 15 Menschen mit in den Tod.

In mehreren Provinzen gab es Bombenexplosionen und Raketenangriffe in der Nähe von Wahllokalen. Die radikalislamischen Taliban hatten alle Afghanen zum Boykott der Abstimmung aufgefordert und mit Angriffen gedroht.

Viele Wahllokale blieben zudem wegen organisatorischer Probleme geschlossen oder öffneten mit mehrstündiger Verspätung. Vielerorts fehlten Wahlhelfer, Wählerlisten waren unvollständig und es gab Probleme mit den Geräten zur biometrischen Wählererfassung, die zum ersten Mal genutzt wurden.

Insgesamt waren rund 8,9 Millionen registrierte Wähler dazu aufgerufen, ein neues Parlament zu bestimmen. Nach offiziellen Angaben gingen am Samstag rund drei Millionen Menschen zur Wahl. Mehr als 2500 Kandidaten bewarben sich um die 249 Sitze im Unterhaus.

Die Parlamentswahl, die seit 2015 immer wieder verschoben wurde, gilt als Test die Präsidentschaftswahl, die im kommenden April stattfinden soll.