Katholische Kirche

Papstbuch veröffentlicht - Autor warnt vor Verkürzung

Autor Seewald überreicht dem Papst ein Exemplar des neuen Buches

Autor Seewald überreicht dem Papst ein Exemplar des neuen Buches

Viele haben schon einen sensationellen Kurswechsel des Papstes vermutet: Jetzt hat Autor Peter Seewald bei der Vorstellung seines Papstbuches vor «peinlichen» Verkürzungen gewarnt.

Dabei bezog er sich besonders auf die Äusserungen Benedikts XVI. zur Lockerung des strikten Kondomverbots der katholischen Kirche. Seewald wandte sich am Dienstag entschieden dagegen, das Weltbild des 83-jährigen Pontifex auf die Kondom-Frage zu reduzieren.

Benedikt äussere sich in dem Buch zur Krise der Welt und der Kirche - und die halbe Welt rede über Kondome, sagte er. Dies sei "lächerlich". Der Interviewband des deutschen Publizisten Seewald trägt den Titel "Licht der Welt. Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit".

Er hatte im Sommer insgesamt sechs Stunden mit dem Kirchenoberhaupt in dessen Residenz Castel Gandolfo bei Rom gesprochen. Benedikt erklärt in dem Buch, im Einzelfall sei die Benutzung von Kondomen im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids zu erlauben.

Medien und kirchliche Hilfsorganisationen werteten dies nach Vorabdrucken als sensationellen Kurswechsel. Der Vatikan erklärte dagegen, es handle sich "nicht um eine Revolution".

"Brennende Fragen"

Die Äusserungen Benedikts zur Verwendung von Kondomen solle den Menschen einen "Schritt zu einem verantwortlichen Umgang mit Sexualität", ermöglichen, sagte Seewald. "Der Papst hat nicht die Macht, Kondome zu verbieten", sagte Seewald.

Benedikt sagt in dem Buch: "Es mag begründete Einzelfälle geben, etwa wenn ein Prostituierter ein Kondom verwendet, wo dies ein erster Schritt zu einer Moralisierung sein kann." In den Gesprächen habe der Papst keinen Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Prostituierten gemacht, sagte Seewald.

Es sei um die Verwendung von Präservativen im Kampf gegen die tödliche Immunschwächekrankheit Aids gegangen. Auch der Präsident des neuen Päpstlichen Rates zur Neuevangelisierung, Rino Fisichella, verurteilte es, die Gespräche mit dem Papst auf einzelne Sätze zu reduzieren.

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