Vatikan

Papst warnt vor Populismus: «Erinnert mich an die 30er-Jahre»

Der Papst warnt vor der Gefahr des Populismus: Vor mehr als 50 Bischöfen und Patriarchen aus 20 europäischen, afrikanischen und nahöstlichen Mittelmeer-Anrainerstaaten in Bari meinte Franziskus am Sonntag, er fürchte die populistischen Reden einiger heutiger Politiker.

Der Papst warnt vor der Gefahr des Populismus: Vor mehr als 50 Bischöfen und Patriarchen aus 20 europäischen, afrikanischen und nahöstlichen Mittelmeer-Anrainerstaaten in Bari meinte Franziskus am Sonntag, er fürchte die populistischen Reden einiger heutiger Politiker.

Der Papst hat am Sonntag vor der Gefahr des Populismus gewarnt: Vor über 50 Bischöfen und Patriarchen aus 20 europäischen, afrikanischen und nahöstlichen Mittelmeer-Anrainerstaaten meinte Franziskus, er fürchte die populistischen Reden einiger heutiger Politiker.

Sie erinnerten ihn an die Reden, die in den 30er-Jahren Hass und Angst verbreitet hätten. Der Pontifex war am Sonntag in die süditalienische Hafenstadt Bari gereist, wo seit Mittwoch eine Konferenz hochrangiger Kirchenvertreter aus dem Mittelmeerraum im Gang ist.

Er warnte bei seiner Ansprache in der Kirche San Nicola auch vor Extremismus und Fundamentalismus: "Sie leugnen die Würde des Menschen und seine religiöse Freiheit. Sie verursachen einen moralischen Niedergang", sagte der Papst. Dabei sei eine lebendige Begegnung von Vertretern verschiedener Religionen im Zeichen des gegenseitigen Respekts und des Friedens besonders wichtig.

Mittelmeerraum als Ort der Begegnung

Der Mittelmeerraum sei traditionsgemäss ein Ort der Begegnung und des Dialogs, in dem sich die Völker mischen. "Die 'Reinheit der Rassen' hat keine Zukunft", sagte der Papst. Nur der Dialog erlaube die Begegnung sowie die Überwindung von Vorurteilen und Stereotypen. Durch die Begegnung mit dem Mitmenschen könne man sich auch selbst besser kennenlernen.

Der Heilige Vater rief zu Solidarität mit den Migranten in Seenot auf. "Wir dürfen nicht akzeptieren, dass, wer auf der Suche nach Hoffnung ist, im Meer stirbt, ohne Rettung zu erhalten.

Wir dürfen nicht zulassen, dass derjenige, der aus der Ferne kommt, Opfer sexueller Ausbeutung wird, unterbezahlt ist, oder in die Fallen der Mafia gerät", sagte der Papst. Aufnahme und eine würdevolle Integration der Migranten seien Etappen eines nicht einfachen Prozesses. Migration könne jedoch nicht mit Mauern geregelt werden.

Bei dem Treffen unter dem Motto "Mittelmeer: Grenze des Friedens" haben die Kirchenführer in den letzten Tagen über soziale, politische, religiöse und kulturelle Herausforderungen der Region gesprochen. Der Papst feierte nach seiner Ansprache eine Messe auf einem Platz in der Innenstadt mit rund 40'000 Menschen.

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