Zwei Tage vor der nächsten Vorwahl der Republikaner in South Carolina hat sich nun der Papst in den amerikanischen Wahlkampf eingemischt. Am Donnerstag sagte Papst Franziskus, dass Menschen, die Mauern statt Brücken bauen wollten, seien «keine Christen».

Obwohl das Oberhaupt der katholischen Kirche es vermied, den Namen des New Yorker Baulöwen Donald Trump in den Mund zu nehmen, wurde die Stellungnahme umgehend als indirekte Kritik an den Plänen Trumps verstanden, an der Grenze zwischen Mexiko und den USA eine Mauer zu bauen.

Trump beschuldigte den Papst umgehend, er habe sich von der mexikanischen Regierung einspannen lassen. (Franziskus hatte seine Äusserungen auf der Heimreise von Mexiko getätigt.) Und seine Verbündeten wiesen darauf hin, dass der Vatikan von einer Mauer umgeben sei.

Schlammschlacht unter Republikaner

Die führenden Kandidaten beschimpfen sich derweil wechselseitig als Lügner; Donald Trump drohte Ted Cruz gar eine Verleumdungsklage an. Meinungsumfragen sprechen nach wie vor davon, dass Trump der sechs konservativen Möchtegern-Präsidenten anführt. Allerdings machen sich auch Cruz, der auf die Unterstützung religiöser Wähler zählen kann, und Marco Rubio Hoffnungen auf einen Sieg.

Rubio gelang es am Donnerstag, die Unterstützung der beliebten republikanischen Gouverneurin Nikki Haley zu gewinnen. Umgehend sagten Cruz-Unterstützer, dass Rubio nun in South Carolina an der Spitze des Feldes abschliessen müsse. «Wenn er hier nicht gewinnen kann, wo kann er dann gewinnen?» lautete die rhetorische Frage, die Cruz-Berater Jason Miller stellte.

Für Jeb Bush schliesslich ist das Ende nah. Sollte der Spross der berühmten Präsidentenfamilie am Samstag nicht wider Erwarten gut abschliessen, wird er wohl den Bettel hinwerfen müssen.